Erstellt am 06. Dezember 2015, 22:31

Hirscher schlug in Beaver Creek auch im RTL zu. Der Salzburger siegte am Sonntag nach einer überzeugenden Vorstellung überlegen und fast eine Sekunde vor dem Franzosen Viktor Muffat-Jeandet sowie dem Norweger Henrik Kristoffersen.

Hirscher legte die Grundlage für seinen bereits 33. Weltcupsieg, dem 15. in einem Riesentorlauf, schon in Lauf eins. Beflügelt vom unerwarteten Triumph im Super-G lag der Salzburger zur Halbzeit zwar nur 0,15 Sekunden vor Stefan Luitz. Der Deutsche, der bei Olympia in Sotschi am letzten Tor eine Medaille verloren hatte, patzte aber auch diesmal in der Entscheidung kapital und wurde nur 23.

Dem als 31. und letzten Läufer in die Entscheidung gestarteten Hirscher genügte nach einer kurzen Innenski-Schrecksekunde ("Da bin ich nur um's Arschlecken nicht draußen gewesen") die drittbeste Laufzeit zum 15. Riesentorlauf-Sieg. Damit überholte er Benjamin Raich und Hermann Maier und ist nun der erfolgreichste Riesentorlauf-Fahrer aus Österreich.

Zwei Siege in drei Rennen

"Das fühlt sich schon sehr gut an", gestand Hirscher ein, dass sein Nordamerika-Auftritt mit zwei Siegen weit besser ausgefallen war als geplant. Insgesamt hat der Sölden-Dritte nun in drei Rennen drei Podestplätze inklusive zweier Siege geholt und ist im Gesamtweltcup Zweiter hinter dem erkrankten Aksel Lund Svindal, der am Sonntag auf ein Antreten verzichtete.

"Damit bin ich definitiv über meinem Plansoll. In Summe wären ja 100 Punkte schon schön gewesen", gab sich Hirscher mehr als zufrieden. "Jetzt gilt es, dieses Momentum mit nach Hause zu nehmen", sagte der 26-Jährige, der diesen Winter mit dem fünften Gesamtsieg in Folge Skigeschichte schreiben kann. Noch Sonntagabend saß Hirscher in der Lufthansa zurück nach Europa, der nächste Auftritt folgt kommendes Wochenende in Val d'Isere.

Der zweite Riesentorlauf der Saison erlebte sechs Wochen nach Sölden ein Desaster nicht nur für Sölden-Sieger und Beaver-König Ligety. Der Amerikaner hatte sich wie Svindal einen bösen Magenvirus eingefangen und schied geschwächt aus.

Der Sölden-Zweite Thomas Fanara schied ebenso aus wie sein französischer Landsmann Alexis Pinturault. Pinturault fiel bei seinem Sturz so heftig auf den Kopf, dass er mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Spital gebracht werden musste. Damit blieben von den Top-Sieben der Weltrangliste gleich drei Läufer in Lauf eins auf der Strecke.

Leitinger mit Laufbestzeit 

Zweitbester Österreicher wurde Philipp Schörghofer als Neunter unmittelbar vor Roland Leitinger. Leitinger, der in Sölden mit zweitbester Laufzeit vom 26. auf den sechsten Platz gefahren war, gelang diesmal sogar Laufbestzeit im Finale. Wieder von Platz 26 aus wurde er diesmal Zehnter.

Auch Schörghofer freute sich. "Gegenüber dem Training in Vail war das eine klare Steigerung. Jetzt kann ich mit einem Lächeln heimfahren", sagte der Jungvater.

Österreich war mit nur sieben Fahrern in das letzte Rennen der Nordamerika-Tournee gegangen. Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer hatte wegen seiner zurückgekehrten Schienbeinschmerzen ebenso auf den Riesentorlauf verzichtet wie Max Franz.