Erstellt am 08. September 2015, 09:20

Hochrangige EU-Treffen zu Flüchtlingen. Bei mehreren Treffen auf höchster EU-Ebene steht am Dienstag das Thema Flüchtlinge im Zentrum.

 |  NOEN, APA (epa)

Schwedens Premier Stefan Löfven besucht zunächst in Berlin Kanzlerin Angela Merkel, am Nachmittag ist dann bei ihm Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in Stockholm zu Gast. Alle drei Länder drängen auf verpflichtende Asyl-Quoten für alle EU-Staaten. Auch die EU-Kommission tagt zur Flüchtlingskrise.

Schweden verzeichnete im Jahr 2014 gemessen an der Einwohnerzahl mit Abstand die meisten Asylanträge in der EU - und kämpft inzwischen mit wachsender Zustimmung für Rechtsextreme. Österreich und Deutschland sahen sich in den vergangenen Wochen einem beispiellosen Zustrom von Flüchtlingen vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien ausgesetzt.

Die Zahl der aus Syrien fliehenden Menschen könnte indes nach Einschätzung des UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura noch einmal drastisch zunehmen. Sollte sich der Bürgerkrieg auf das Gebiet der bisher weitgehend vom Konflikt verschont gebliebenen Mittelmeer-Küstenstadt Latakia ausweiten, sei mit bis zu einer Million zusätzlichen Flüchtlingen zu rechnen, so der Diplomat am Montagabend in Brüssel.

Die meisten von ihnen würden nach seiner Einschätzung wohl versuchen, mit Booten über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Zudem könne auch ein weiterer Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Fluchtbewegungen verstärken. "Die Tendenz ist besorgniserregend", warnte de Mistura.