Erstellt am 29. Mai 2014, 15:27

von APA/Red

Hochwasser-Einsatz des Bundesheeres in Nordbosnien. Weitere Hilfe aus Österreich für die Menschen in Nordbosnien: Am Mittwochabend sind die Soldaten der Austrian Forces Desaster Relief Unit in Orasje eingetroffen. "Die Menschen hier holen sich immer mehr das Wasser aus dem dreckigen Savefluss oder aus den verschmutzen Leitungen", so Kontingentskommandant Franz Fraiss. In Orasje sind auch Feuerwehrteams aus Niederösterreich im Einsatz.

"Die Menschen hier holen sich immer mehr das Wasser aus dem dreckigen Savefluss oder aus den verschmutzen Leitungen", so Kontingentskommandant Franz Fraiss. In Orasje sind auch Feuerwehrteams aus Niederösterreich im Einsatz.

Die Gärten seien geflutet, die Brunnen verschlammt und kontaminiert mit Fäkalien, die aus den Senkgruben geschwemmt wurden, berichtete das Bundesheer. Die Pegelstände der Save und Bosna gehen nur langsam zurück. Die Seuchengefahr ist hoch, die Trinkwasserreserven sinken rapide.

Minenexperten überprüfen Wasserentnahmestellen

Fraiss hat bereits Kontakt mit den Bürgermeistern von dreizehn Ortschaften aufgenommen. Seine Experten sind unterwegs und beraten die Behörden bei der Organisation der Wasserverteilung und der Wiederherstellung der Wasserversorgung.

Gefahr geht vor allem von Minen aus, die durch das Hochwasser angeschwemmt worden sein könnten. Die Wasserentnahmestellen und Wege, an die Schlauchleitungen verlegt werden, müssen von den Minenexperten des Kontingents überprüft werden. Gleichzeitig begannen die Rohwasseranalyse und die Flutung der Vortanks. Derzeit würden die chemischen Wasseraufbereitungsanlagen, basierend auf Chlorchemie, in Betrieb genommen, hieß es in der Aussendung am Donnerstagnachmittag. Die Wasserversorgung soll am Freitag beginnen. Mit Tank-Lkw und Falttanks werden die Soldaten das Trinkwasser in die Ortschaften transportieren. Täglich können 240.000 Liter produziert und damit rund 50.000 Menschen versorgt werden.

Gesundheitsgefährdende Kontamination nicht ausgeschlossen

In Orasje würden die Pumpen des NÖ Landesfeuerwehrverbandes rund um die Uhr laufen, hieß es am Donnerstag. Weil die Gefahr von Erkrankungen, Viren und Seuchen nicht zu unterschätzen sei, herrsche im Camp höchste Hygienestufe.

Peter Pozzobon, Sanitäter der Betriebsfeuerwehr Flughafen Schwechat, berichtete, dass die Feuerwehrmitglieder angehalten seien, "keinen Kontakt mit dem zu pumpenden Wasser zu haben", weil eine gesundheitsgefährdende Kontamination nicht ausgeschlossen werden könne. Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel stünden in großen Mengen bereit. "Die Männer und Frauen der Feuerwehr sind sich der großen Gefahren dieses Einsatzes bewusst", erklärte Einsatzleiter Andreas Herndler. Sie wüssten aber auch, dass sie "der notleidenden Bevölkerung damit massiv unter die Arme greifen."

Seit Dienstag ist die bereits vierte Mannschaft aus Niederösterreich im Einsatz. Die Ablöse durch einen fünften Zug soll am Samstag erfolgen. Eine Einheit besteht aus etwa 25 Mitgliedern, aufgeteilt in ein Führungs- und ein Versorgungsmodul sowie drei Pumpengruppen. Wie lange der Einsatz noch dauern werde, stehe in den Sternen, "aber schön langsam zeichnet sich ein Ende ab", teilte der NÖ Landesfeuerwehrverband mit.