Erstellt am 16. Mai 2014, 11:14

von APA Red

Hochwasser nach schweren Regenfällen. Die heftigen Stürme und die nachfolgenden schweren Regenfälle haben am Freitag die Feuerwehren im Osten Österreichs auf Trab gehalten.

Vor allem in Niederösterreich kam es zu Überflutungen, aber auch in Oberösterreich, der Steiermark und im Burgenland musste die Feuerwehr Keller sowie Häuser auspumpen. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt.

In Niederösterreich kam es vor allem im südlichen Teil des Bundeslandes zu Überflutungen. Die Flüsse Triesting, Pielach und Traisen sind bereits über die Ufer getreten. Der Einsatzschwerpunkt der rund 2.100 Feuerwehrleute lag am Vormittag auf den Bezirken Lilienfeld, St. Pölten, Neunkirchen, Wiener Neustadt und Scheibbs.

Mehr als 100 Liter pro Quadratmeter

Stellenweise regnete es mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Einige Keller wurden überflutet. Besonders stark betroffen sei Frankenfels (Bezirk St. Pölten), das derzeit von der Außenwelt abgeschnitten sei, sagte Feuerwehrsprecher Alexander Nittner. Die Pielachtaler Bundesstraße B39 wurde in diesem Bereich zum Teil überflutet und bis Hofstetten Grünau gesperrt. Auch in Rabenstein stünden mehrere Straßen unter Wasser, so Nittner. "Wir errichten momentan Hochwassersperren und haben zahlreiche Einsätze zum Auspumpen von Kellern."

Auch im Bereich Altenmarkt a.d. Triesting (Bezirk Baden) herrscht Hochwasseralarm. "Die Pegel steigen immer stärker. Wir rechnen in den kommenden Stunden mit Überflutungen", sagte der Sprecher. Keine Sorge bereitet laut Feuerwehr vorerst die Donau, da die Regenfälle bisher nicht so stark ausfielen.

Im Bezirk Neunkirchen trat die Schwarza über die Ufer. Hier stand die Feuerwehr bereits seit Donnerstagabend im Einsatz. Sandsäcke wurden aufgelegt.

Zahlreiche Überflutungen und Hangrutschungen im Burgenland

Auch im Bezirk Amstetten kam es zu zahlreichen Überflutungen und Hangrutschungen, teilte Philipp Gutlederer vom Bezirksfeuerwehrkommando am Freitag mit."Es hat einige kleinere Murenabgänge gegeben. Teilweise sind Straßen gesperrt", so Gutlederer. Besonders stark betroffen war das Ybbstal.

"Seit 3.00 Uhr in der Früh stehen wir im Einsatz. Wir sind derzeit mit 20 Feuerwehren an 40 Orten unterwegs", sagte der Sprecher am Freitagvormittag. In St. Georgen am Reith stünden einige Häuser im Wasser. In Ybbsitz seien zwei kranke Personen aus einem Gebäude evakuiert worden. Eine Zufahrt zum Haus sei aufgrund der Wassermassen nur mehr mit einem Traktor möglich gewesen.

"Die Ybbs sowie kleinere Flüsse und Bäche sind über die Ufer getreten. Wir rechnen in den kommenden Stunden mit einer Verschärfung der Lage", berichtete Gutlederer. In vielen Orten seien die Kanalsysteme bereits überlastet.

Entspannung, wenn auch noch keine Entwarnung gab es in Sachen Sturm und Starkregen am Freitag in der Steiermark. Im Stromnetz waren fast alle Schäden - zumindest provisorisch - behoben. Im Süden lockerte es auf, im Oberland regnete es und Starkregen verschärfte in Ober- und Oststeiermark die Situation erneut. Bisher waren die Schäden geringer als befürchtet.

Das Landesfeuerwehrkommando zog eine Zwischenbilanz: Seit Donnerstag waren 306 Feuerwehren großteils im wetterbedingten Einsatz, in der Nacht auf Freitag waren insgesamt 1.500 Einsatzkräfte mit Sicherungs- und Bergungsarbeiten beschäftigt. Haupteinsatzgebiete seien aktuell der Osten und der Südosten von Graz, wobei die häufigsten Alarmierungen Windwurf betrafen. Vereinzelt gab es Straßensperren, im Fall der Hochschwabstraße B24 wegen eines Murenabgangs.

Schon Donnerstagnachmittag war es in Bad Gleichberg (Bezirk Südoststeiermark) zu einem spektakulären Zwischenfall gekommen: Ein fahrendes Auto wurde auf der B66 Gleichenbergerstraße von einem umstürzenden Baum getroffen, ein zweiter entwurzelter Baum beschädigte das Dienstauto der Polizisten, die den Unfall aufnahmen. Verletzt wurde niemand.

Hochbetrieb für Einsatzkräfte im Burgenland

Auch im Burgenland herrschte am Freitag für die Einsatzkräfte Hochbetrieb: Am frühen Vormittag waren gleichzeitig an die 40 Feuerwehren im Einsatz, teilte die Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland mit.

Die meisten Wehren waren damit beschäftigt, überflutete Keller auszupumpen. Das Schwergewicht lag dabei weiterhin auf den Bezirken Oberpullendorf und Oberwart. In der LSZ hat man bereits Vorkehrungen getroffen, um das im Einsatz befindliche Team aufzustocken, falls die Lage dies notwendig machen sollte.

Oberösterreich scheint bei dem aktuellen Unwetter vorerst ziemlich glimpflich davonzukommen. Zwar stiegen auch im Süden des Bundeslandes die Pegelstände der Flüsse erheblich an, besonders große Hochwasser-Schäden wurden aber auf APA-Anfrage Freitagvormittag nicht gemeldet.