Erstellt am 28. Februar 2016, 17:29

Höhlenforscher in Hallstatt gestorben. Ein 54-jähriger deutscher Höhlenforscher ist am Sonntag in der Hirlatzhöhle in der Nähe von Hallstatt im Bezirk Gmunden bewusstlos zusammengebrochen und konnte nicht mehr reanimiert werden.

 |  NOEN, APA

Nach ersten Informationen sei der Mann offenbar an einem plötzlichen Herztod verstorben. Das berichtete der Einsatzleiter Christoph Preimesberger im Gespräch mit der APA.

Laut einer Ärztin, die zusammen mit drei Bergrettern als erste bis zur Unglücksstelle vorgedrungen war, sei der Mann vermutlich bereits in den frühen Morgenstunden gestorben. Als sie gegen 13.00 Uhr bei dem Verunglückten eintraf, habe es bereits Anzeichen einer Leichenstarre gegeben. Seine Kollegen hätten noch versucht, ihn zu reanimieren, sagte Preimesberger.

Die Ärztin sei gegen 16.30 wieder aus der Höhle gekommen. Sie vermutete Sekundentod als Todesursache. Nachdem er das Bewusstsein verloren hatte, dürfte der Mann nicht mehr aufgewacht sein.

An der schwierigen Bergung ändere sich dadurch nichts, sagte Priemesberger. "Nur der Zeitdruck ist weg." Der Einsatzleiter ging davon aus, dass die Bergung bis in die Nacht hinein oder sogar bis in die frühen Morgenstunden andauern werde. Der Weg zu dem Verunglückten sei lang, er befinde sich rund zweieinhalb Stunden vom Höhleneingang entfernt.

Der Bergungstrupp müsse zunächst eine Halle in der Höhle queren und sich dann über einen Schacht abseilen. Mit einer Seilwinde soll die Leiche dann nach oben gebracht werden, schilderte Preimesberger. Dazu müssen aber zunächst Verankerungen in die Höhle gebohrt und eine eigene Seilbahn gebaut werden.

Der Höhlenforscher war mit einer internationalen fünfköpfigen Forschungsgruppe bereits seit Freitag in der Hirlatzhöhle unterwegs. In den frühen Sonntagmorgenstunden dürfte er das Bewusstsein verloren haben. Zwei Mitglieder des Forschungsteams sind daraufhin zum Höhlenausgang aufgebrochen, um Hilfe zu holen. Zwei Frauen blieben bei dem 54-Jährigen.

Die Bergrettung Hallstatt ist um 7.30 Uhr alarmiert worden. Daraufhin flogen eine Ärztin und drei Bergretter zum Höhleneingang und machten sich zu dem Verletzten auf. Mittags stiegen zusätzlich 16 Mann der Höhlenrettung in die Höhle. Gegen 15.00 Uhr löste ein zweites Team die erste Einsatztruppe ab.

Die Hirlatzhöhle an der Nordflanke des Hirlatz im Dachsteingebirge ist mit rund 100 Kilometern erforschter Länge und einem maximalen Höhenunterschied von 1.073 Metern Tiefe eine der längsten Höhlen Österreichs. Für die effiziente Erforschung ist faktisch nur ein Eingang benutzbar, was aufwendige Expeditionen von mehreren Tagen nach sich zieht.