Erstellt am 17. Juni 2014, 15:45

Höhlenretter-Team kommt rasch voran. Die Helfer kommen mit dem verletzten deutschen Höhlenforscher Johann Westhauser weiter rascher voran als geplant.

Wie die Bergwacht Bayern am Dienstag in Berchtesgaden mitteilte, haben die Retter, der Verletzte und ein italienischer Arzt bereits das Biwak 2 in rund 500 Metern Tiefe erreicht - nach elf Stunden. Ursprünglich waren für die schwierige Etappe ab Biwak 3 rund 24 Stunden eingeplant.

"Die ruhen sich in Biwak 2 jetzt erstmal aus", sagte ein Sprecher. Die Bergwacht rechnet damit, dass der Rettungstrupp am Donnerstag das Tageslicht wieder erreichen könnte, wenn nichts Unvorhergesehenes geschieht. 60 Einsatzkräfte befinden sich derzeit in der Riesending-Schachthöhle in den Berchtesgadener Alpen, am Höhleneingang stehen weitere bereit. Auch Helfer aus Österreich sind im Einsatz.

Für Dienstag war auch ein Ärztewechsel geplant. Eine italienische Ärztin stieg zu Westhauser herab, um sich um ihn zu kümmern und ihren Kollegen abzulösen. Der Zustand des Patienten ist nach Bergwacht-Angaben "weiterhin unverändert stabil". Die Rettung des Verletzten aus der Riesending-Schachthöhle in Berchtesgaden könnte also bei planmäßigem Verlauf nach genau einer Woche abgeschlossen werden.

Der erfahrene Höhlengänger Westhauser, der am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie arbeitet, hatte durch einen Steinschlag in 1.000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Am Freitag hatte sich der Rettungstrupp auf den langen und beschwerlichen Weg nach oben gemacht - durch enge Gänge, Canyons und über unterirdische Bachläufe. Vor allem das letzte Stück vor dem Ausgang ist noch einmal besonders schwierig, weil es sich dabei um einen extrem langen, senkrechten Schacht handle.