Erstellt am 24. Mai 2016, 11:46

von APA/Red

Hofer bittet Österreicher nicht zu streiten. Der knapp geschlagene Präsidentschaftskandidat der FPÖ, der dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer, hat am Dienstag in einem kurzen Statement vor der Vorstandssitzung seiner Fraktion die Österreicher gebeten, wegen des engen Wahlergebnisses nicht zu streiten.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Im Internet habe es teils heftige Bürgerstatements gegeben. "Aber alle sollen zusammenhalten", so Hofer. Er hoffe, "dass Ruhe einkehrt". Gestern habe er seinem siegreichen Gegenkandidaten Alexander Van der Bellen gratuliert, sagte der FPÖ-Politiker. Es sei nicht nur schwer, knapp zu verlieren, sondern auch, knapp zu gewinnen, so Hofer weiters in Richtung von Van der Bellen. Zu einer angedeuteten möglichen Wahlanfechtung sagte Hofer, es gebe keine Anzeichen für einen Wahlbetrug.

Hofer sieht keine Anzeichen für Wahlbetrug

Spekulationen wonach er, Hofer, womöglich dank der vielen erreichten Stimmen auch für die Freiheitlichen als Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl antreten könnte, erteilte er eine Absage. Hofer wird hinter Strache auf der FPÖ-Liste kandidieren, um die Freiheitlichen zur stärksten Kraft im Land zu machen, sagte er. Einen Vorzugsstimmenwahlkampf gegen seinen Parteichef schloss Hofer auf Nachfrage aus. Zwischen ihn und Strache passe kein Blatt Papier.

Auf Facebook hatte Hofer zuvor seine Anhänger dazu aufgefordert, den Kopf nicht hängen zu lassen. Über einem Foto von sich und seiner Katze postete der knappe Wahlverlierer: "Wir sind heute noch immer etwas traurig. Aber die Arbeit geht weiter. Heute stehen eine Vorstandssitzung und eine Pressekonferenz auf dem Programm. Danach leite ich den U-Ausschuss. Kopf hoch, liebe Freunde. Österreich braucht Euch! Ich bleibe Euch treu!"

Auch FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies vor Beginn des Parteivorstandes mediale Spekulationen zurück, wonach Hofer das stärkere Zugpferd als Strache sein könnte, zurückgewiesen. "Wir sind ein Team", sagte Kickl auf eine entsprechende Frage.

FPÖ personell breit aufgestellt

Das Ergebnis von knapp 50 Prozent der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl würde zeigen, dass es stimme, was er schon immer gesagt habe, so Kickl: Nämlich, dass die FPÖ personell breit aufgestellt sei.

Im Vorstand werde man nun den Wahlkampf analysieren und "Norbert Hofer hochleben lassen". Gefragt nach einer Bilanz meinte Kickl, es sei der "erfolgreichste Wahlkampf, den die FPÖ jemals geführt hat".

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner sagte vor der Sitzung, in erster Linie werde man das beste Ergebnis analysieren, das seine Partei in der Zweiten Republik je erreicht habe - und nicht, ob man womöglich die Wahl anfechte. Wenn es Verdachtsmomente gebe, würde man denen aber schon nachgehen. Auf Nachfrage ob Hofer vielleicht ein zugkräftigerer Spitzenkandidat als Strache wäre, sagte Haimbuchner, Strache "war, ist und bleibt die Galionsfigur" der Freiheitlichen.

Keinen Kommentar gab es vor dem Parteivorstand von Parteichef Heinz-Christian Strache und dem Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus. Man werde sich nachher äußern, hieß es seitens des FPÖ-Chefs.