Erstellt am 13. Dezember 2014, 16:15

von APA/Red

Hütter erwartet wieder "Powerfußball" gegen Rapid. Der überlegene Tabellenführer Salzburg und Rekordmeister Rapid beenden am Sonntag (16.30 Uhr) in der Red Bull Arena das heimische Fußball-Jahr 2014.

Die "Bullen" wollen Platz eins mit einem weiteren Sieg untermauern und die Führung eventuell ausbauen. Die Hütteldorfer brauchen jeden Punkt, um in der Tabelle von Rang fünf nicht noch weiter abzurutschen und auch am zweiten Platz dranzubleiben.

"Wir wollen die Saison mit einem Sieg erfolgreich abschließen und dann in die verdiente Winterpause gehen. Ich erwarte noch einmal Powerfußball von meiner Mannschaft", sagte Salzburg-Trainer Adi Hütter. Den boten die "Bullen" am Donnerstag beim 5:1-Kantersieg zum Abschluss der Europa-League-Gruppenphase gegen Astra Giurgiu, mit dem sie in diesem Bewerb auch einen Torrekord fixierten.

"Es wird sicher eine andere Gegenwehr geben, als es im Spiel gegen Astra der Fall war. Rapid ist ein anderes Kaliber", rechnete Hütter mit einem deutlich stärkeren Gegner. Seine Truppe hat zuletzt in der Liga jeweils nach den Europa-League-Auftritten immer wieder Schwächen gezeigt. Die Salzburger haben in diesen Partien nur ein einziges Mal - mit dem 4:1 gegen Wiener Neustadt nach dem 2:1-Erfolg bei Giurgiu - drei Punkte geholt. Zweimal gab es Niederlagen (2:3 gegen Austria, 1:4 in Altach), zweimal Unentschieden (2:2 in Grödig, 2:2 gegen den WAC), zuletzt keinen Sieg in den jüngsten drei Anläufen.

"Rapid wird mehr als hundert Prozent motiviert sein"

Die Rapidler können sich also berechtigt Hoffnungen auf einen Punktezuwachs machen. "Ich bin aber weit davon entfernt, zu glauben, dass sie immer schlecht spielen nach Europacupspielen", betonte Rapid-Trainer Zoran Barisic. Zudem werde es dem Leader nicht an der nötigen Motivation fehlen. "Es geht gegen Rapid, sie werden mehr als hundert Prozent motiviert sein", ist sich der Coach der Wiener sicher.

Den Salzburgern kommt dieses Mal zu Gute, dass wichtige Kräfte am Donnerstag geschont wurden. So können etwa Goalie Peter Gulacsi, Christian Schwegler, Andre Ramalho, Andreas Ulmer, Christoph Leitgeb, Stefan Ilsanker und Kapitän Jonatan Soriano ausgeruht in die Partie gehen. "Wir haben rotiert, weil wir am Sonntag noch ein wichtiges Spiel haben. Das Duell mit Rapid ist für uns ein Prestigeduell und ein Klassiker", hob Hütter die Wichtigkeit der Partie hervor.

In den letzten beiden Heimspielen gegen Rapid erzielten die Salzburger, bei denen Marcel Sabitzer vor seinem 100. Ligaspiel steht, beim 6:3 sowie diese Saison 6:1 jeweils sechs Tore. Rapid hat zudem von den jüngsten 13 Partien in Salzburg nur eine (12. August 2012/2:0) gewonnen. Auch das direkte Saisonduell in Wien ging mit 2:1 an den Tabellenführer.

"Müssen den Kampf aufnehmen und alles raushauen"

"Es ist ein wichtiges Spiel. Wir können uns mit der besten Mannschaft Österreichs matchen und werden kämpfen, beißen, kratzen", sagte Barisic. Das unterstrich auch Mittelfeldspieler Florian Kainz. "Wir müssen den Kampf annehmen und werden alles raushauen. Austria und Sturm haben dort auch gewonnen, also ist auch für uns was möglich."

Die Rapidler haben aber personelle Probleme. Die Ausfallsliste wurde diese Woche durch die Sperre von Stefan Schwab sowie die Erkrankungen von Stefan Stangl, Dominik Starkl und Mario Pavelic größer. Pavelic trainierte aber am Freitag wieder mit der Mannschaft und könnte eventuell zum Einsatz kommen. Sollte er passen müssen, könnte Amateur-Spieler Ferdinand Weinwurm zu seinem Debüt kommen. "Wir haben wegen der Ausfälle unsere taktischen Pläne über Bord werfen müssen, es wird uns aber etwas anderes einfallen", versicherte Barisic.

"Müssen mutig sein, um Chancen zu kreieren"

Das Erfolgsrezept kennt Rapids Cheftrainer. "Wir müssen die Räume sehr gut und auch schnell eng machen, dynamisch gegen den Ball arbeiten und mutig sein im Ballbesitz, um auch Chancen zu kreieren", sagte Barisic. Das weiß auch Rapids Sportdirektor Andreas Müller. "Wir haben zweimal gegen Salzburg verloren, einmal deutlich, beim zweiten Mal hat uns der Mut gefehlt. Das ist das Entscheidende. Wir müssen dorthin fahren mit der wirklichen Überzeugung, dass wir sie schlagen können und das wird dort auch unser Ziel sein", blickte der Deutsche optimistisch voraus.

Vor der Partie werden die Salzburger als Herbstmeister geehrt, zudem wird Abwehrspieler Franz Schiemer, der am Freitag sein Karriereende bekannt gab und ein letztes Mal zum Einsatz kommen könnte, offiziell verabschiedet. Während die Salzburger von den jüngsten neun Ligaspielen nur eines verloren haben, gab es für die Wiener in den letzten fünf Partien nur einen vollen Erfolg.