Erstellt am 24. Juli 2014, 13:22

Hymne: Bundespräsident gegen Neufassung. Bundespräsident Heinz Fischer ist gegen eine Neufassung der Bundeshymne.

Das erklärte er am Donnerstag in einem Interview mit den Bundesländerzeitungen. Dabei verteidigte er auch die neue "Töchter"-Version, schließlich wäre es unfair, die Gleichberechtigung nicht zu berücksichtigen, meinte Fischer.

Die vom Schlagersänger Andreas Gabalier aufgrund des alten Textes losgetretene Diskussion inklusive "besorgniserregender" Postings ist für den Bundespräsidenten "nicht nachvollziehbar". Kein Verständnis hat er auch für die Idee eines komplett neuen Liedes: "Ich lehne den Vorschlag nach einer völlig neuen Hymne ab. Da würde ich die überflüssige Energie bei einigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gerne woanders eingesetzt wissen."

"Töchter": Gleichberechtigung fair

Die Ergänzung um die "Töchter" vor drei Jahren durch den Nationalrat hält Fischer für gerechtfertigt: "Es wäre doch nicht fair, in der Bundeshymne auf die Gleichberechtigung keine Rücksicht zu nehmen."

Auch der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) äußerte sich am Donnerstag zur aktuellen Diskussion. Im Nachrichtenmagazin "News" erklärte er: "Das sind nicht die Themen, die die Republik wirklich beschäftigen." Die oberösterreichische Landeshymne werde jedenfalls nicht geändert, obwohl er dadurch eigentlich die Männer diskriminiert sieht. In der Landeshymne heiße es nämlich: "Wiar a Kinderl sein Muader, A Hünderl sein' Herrn".

Einen außergewöhnlichen Beitrag zur Diskussion lieferte der Österreichische Esperanto-Verband. Er übersetzte anlässlich des 127. Geburtstages dieser Sprache die österreichische Bundeshymne auf Esperanto in der seit 1. Jänner 2012 gültigen "Töchter"-Version. Die Zeile "Heimat großer Töchter und Söhne" etwa heißt hier: "Hejm' de ge-filoj eminentaj".