Erstellt am 06. Dezember 2014, 10:41

Illegales Pyrotechniklager in OÖ entdeckt. Ein 30-jähriger Oberösterreicher hat im Bauernhof eines Bekannten in Pupping (Bezirk Eferding) fünf Tonnen - davon eineinhalb Tonnen illegale - Pyrotechnikartikel gelagert.

Die Knallkörper wurden vom Entminungsdienst sichergestellt und abtransportiert. Bei einem Unfall hätte es eine "Katastrophe" geben können, so Bezirkspolizeikommandant Gerald Eichinger am Samstag. Der 30-Jährige betreibt nebenberuflich einen Handel mit Pyrotechnik. Das Gewerbe ist laut Polizei angemeldet. Das Lager war allerdings nicht behördlich genehmigt. Nach einem Hinweis nahm es die Exekutive am Freitag unter die Lupe: Der Mann hatte seine Waren in einem ehemaligen Schweinestall, der einem Bekannten gehört, aufbewahrt. Im zugehörigen Bauernhof wohnen zwei Familien.

Die Polizei fand in den ehemaligen Stallungen insgesamt fünf Tonnen Knallkörper. Eineinhalb Tonnen waren verbotenes Material. Ob dem 30-Jährigen das bewusst war, ist vorerst noch unklar. Der Mann habe die Pyrotechnik teilweise von tschechischen und polnischen Verkäufern, aber auch von österreichischen Großhändlern bezogen, berichtete Eichinger.

Der Hoftrakt sei für die Lagerung von Pyrotechnikartikeln keinesfalls geeignet gewesen, berichtete die Polizei. "Wenn es zu einem Vorfall gekommen wäre, hätte es allein wegen der Menge verheerende Folgen haben können", sagte der Bezirkskommandant. Der 30 Jährige wird bei der Staatsanwaltschaft Wels wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und bei der Bezirkshauptmannschaft wegen der Übertretung nach dem Pyrotechnikgesetz und dem nicht genehmigten Lager angezeigt.

Mitte November waren in Kapfenstein im Bezirk Südoststeiermark zwei Männer beim Basteln von Böllern getötet worden. Die Druckwelle riss das Gebäude förmlich weg und beschädigte umliegende Häuser, Dächer und Autos. Die Detonation war kilometerweit hör- und spürbar. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen. Bei einer Pressekonferenz in Wien hatte das Innenministerium Ende November außerdem gewarnt, dass eine "hohe fünfstellige Stückzahl" an hochgradig gefährlichen und unzulässigen pyrotechnischen Knallkörpern in Österreich in den Umlauf gelangt ist, nicht nur am Schwarzmarkt, sondern auch im regulären Handel.