Erstellt am 11. Mai 2016, 21:44

Immer mehr Unterstützung für Kern in der SPÖ. In der SPÖ wird die Unterstützung für Christian Kern als Nachfolger von Ex-Bundesparteichef und Bundeskanzler Werner Faymann immer größer.

Christian Kern  |  NOEN, APA

Am Mittwochabend sprachen sich die Landesorganisationen in Oberösterreich und Salzburg für den ÖBB-Chef aus. Festlegungen auf Kern gab es zuvor bereits von den Steirern, den Kärntnern, den Niederösterreichern und aus Vorarlberg.

Für die Salzburger SPÖ ist Kern der Wunschkandidat für die Faymann-Nachfolge. Wie der Landesparteivorsitzende Walter Steidl nach der Sitzung des Parteivorstandes am Abend mitteilte, legte sich der Vorstand einstimmig auf den 50-jährigen ÖBB-Manager fest. Man werde nun alles tun, "damit dieser einstimmige Beschluss auf Bundesebene Geltung bekommt", sagte Steidl und wies auf die Fähigkeit Kerns hin, Schwierigkeiten zu meistern und neue Wege einzuschlagen.

Kern sei in seinen sozialdemokratischen Grundsätzen gefestigt und habe die ÖBB aus einer schwierigen Ausgangslage heraus zu einem positiven und angesehenen Betrieb gemacht. "Von seinen Mitarbeitern wird ihm große soziale und wirtschaftliche Kompetenz bescheinigt."

Aus Oberösterreich gibt es zwar keinen formellen Beschluss, aber seit Mittwochabend nun doch auch eine deutliche Präferenz für Kern. Der oö. Übergangsparteichef Johann Kalliauer hielt eine formale Festlegung "für übertrieben". Im Gegensatz zu Gerhard Zeiler besitze Kern einen höheren Bekanntheitsgrad sowie die Fähigkeit die "Sprache des Volkes" zu beherrschen, so die überwiegende Meinung im Landesvorstand.

Sozialminister Alois Stöger, der zu der Sitzung nach Linz gekommen war, teilte die Ansicht der Mehrheit der oö. SPÖ-Vorstandsmitglieder, dass ein Zuwarten bei der Nennung eines Favoriten bis zum Landescheftreffen am Freitag keinen Sinn mache.

In Tirol sprach sich SPÖ-Klubobmann Gerhard Reheis wie sein Landesparteichef Ingo Mayr für Kern als neuen Bundeskanzler und Parteichef aus. Zwar zeigte sich Reheis auch von Medien-Manager Gerhard Zeiler angetan, aber Kern sei ein "hervorragender Mann", der einem "auf Augenhöhe entgegenkommt" und "nicht abgehoben" sei, sagte Reheis. Auch im Landtagsklub werde Kern favorisiert, so Reheis.

Parteichef Mayr hatte angekündigt, zunächst das Treffen mit den Kandidaten am Freitag abzuwarten, und dann die Vorstandsmitglieder der Landespartei zu informieren. Einen formellen Beschluss des Gremiums werde es jedoch nicht geben, erklärte eine Parteisprecherin. Mayr werde den Vorständen telefonisch über die Entscheidung auf Bundesebene berichten.

Die SPÖ-Burgenland hielt sich mit einer Empfehlung, wer Faymann nachfolgen soll, am Mittwoch noch zurück. Für Donnerstag wurde kurzfristig der Landesparteivorstand einberufen. "Danach werden wir uns äußern", sagte Klubobmann Robert Hergovich auf Anfrage.

In Wien soll es vor Freitag keine Gremiensitzung mehr geben. Man habe "volles Vertrauen in unseren Chef", den mit der Kandidatenfindung betrauten Wiener Bürgermeister und interimistischen Bundesparteichef Michael Häupl, erklärte Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler. Häupl wird eine Präferenz für Zeiler nachgesagt.

Auf Bundesebene deklarierte sich ÖGB-Chef Erich Foglar für Kern. Er bringe "Eigenschaften mit, die - glaube ich - gut sind für das Amt", sagte er in der Mittags-"ZiB". Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser gab keine weiteren Informationen preis. "Ich weiß nicht mehr, als zurzeit in den Medien steht", sagte sie im Rahmen eines Pressegesprächs.

Auch die SPÖ-Frauen äußerten sich Mittwochvormittag noch nicht zur Nachfolgediskussion und darüber, welchen der beiden kolportierten Kandidaten sie präferieren. In den nächsten Tagen finden Gremiensitzungen statt, in denen man sich beraten werde, erklärte Frauen-Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner. Offen ließ sie auch das Prozedere, etwa ob in den Gremien ein Beschluss für einen Wunschkandidaten gefasst wird.

Verkehrsminister Gerald Klug (SPÖ) hat sich am Mittwoch in Wien für ÖBB-Chef Christian Kern als künftigen Bundeskanzler und SPÖ-Chef ausgesprochen. Dies habe er schon am Dienstag bei der Sitzung des erweiterten Landesparteivorstands der SPÖ Steiermark erklärt, sagte Klug vor Journalisten.

Er persönlich mache seine Aufgabe als Verkehrsminister gerne und würde auch gerne unter einem Kanzler Kern weiterarbeiten, sagte Klug: "Wenn er mich braucht, dann stehe ich zur Verfügung". Angesprochen auf die Forderung von ÖVP-Wien-Obmann Gernot Blümel, der gemeint hatte, unter einem Kanzler Kern müsse das Verkehrsministerium wegen Befangenheit in ÖBB-Angelegenheiten an die ÖVP gehen, sagte Klug, es fehle ihm der Esprit, so etwas ernsthaft zu kommentieren. In der derzeitigen Lage würden wohl bei dem einem oder anderen die Fantasie durchgehen.