Erstellt am 06. Juli 2015, 18:27

von APA/Red

Schwimmverband mit systematischem Förderbetrug konfrontiert. In Österreichs Schwimmverband (OSV) dürfte in den Jahren 2006 bis 2013 systematischer Förderbetrug in größerem Ausmaß erfolgt sein.

Der OSV berichtete von den finanziellen Ungereimtheiten  |  NOEN, APA

 Der OSV berichtete am Montag per Aussendung auf Basis einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft von Indizien, dass die früher als Generalsekretär bzw. Finanzreferent für den Verband tätigen Thomas Gangel und Walter Benesch dafür verantwortlich gewesen sein könnten.

Schreiben von fünf OSV-Präsidiumsmitgliedern unterzeichnet

Das Schreiben ist von den fünf aktuellen OSV-Präsidiumsmitgliedern unterzeichnet, namentlich die drei Vizepräsidenten Stefan Opatril, Gerd Lang und Peter Rothbauer sowie von Finanzreferent Werner Kühnert und Schriftführer Herbert Schurm. Sie führen außerdem an, dass Benesch und Gangel auch Moschos Tavlas (Sportdirektor) und Anja Richter (Medienbetreuung 2006/07) vermutlich in ihre Praktiken verwickelt haben.

In diesem Zusammenhang wurde nach der bereits am Sonntag bekannt gewordenen Dienstfreistellung von Tavlas die frühere Wassersprung-Vize-Europameisterin Richter ihrer Funktion in der Sportkommission Wasserspringen enthoben. Richter nahm gegenüber der APA zu den Vorwürfen gegen ihre Person Stellung: "Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Mittel ordnungsgemäß verwendet wurden."

Eine am Montag von der APA eingeholte Stellungnahme von OSV-Generalsekretär Thomas Unger geht in dieselbe Richtung. "Sie (Anm.: Tavlas und Richter) dürften beide nicht aktiv beteiligt gewesen sein, sondern wurden missbraucht." Es habe sich dabei um Unterschriften unter Honorarnoten gehandelt. Unger: "Es ist aber nachweislich kein Geld in ihre Richtung geflossen."

In der OSV-Aussendung wurde zudem betont, dass es bei den Hinweisen auf systematischen Förderbetrug nicht um bekannte Vorfälle bezüglich der Traglufthalle (Anm.: im Wiener Stadionbad) gehe, sondern um solche dem OSV bisher völlig unbekannte Abläufe. Das Sportministerium sei über diese Sachverhalte umgehend informiert worden. Die Vorgänge würden vom aktuellen OSV-Vorstand aufs Schärfste verurteilt.

Geeignete rechtliche Schritte sollen gesetzt werden

Vonseiten des Ministeriums wurde diese Kontaktaufnahme bestätigt. In Gesprächen auf Expertenebene ginge es nun um die weitere Vorgangsweise in Bezug auf die Gebarung. Nach Feststellung der momentanen Finanzsituation des OSV sollen geeignete rechtliche Schritte gesetzt werden. Primäre Ziele seien die Aufrechterhaltung des sportlichen Betriebs sowie die widmungsgemäße Verwendung der Fördermittel.

Aus dem Kabinett von Sportminister Gerald Klug hieß es am Montag gegenüber der APA - Austria Presse Agentur auch, dass man über eine in der Vorwoche bekannt gewordene Gründung eines sogenannten Parallelverbandes ("Neuer Schwimmverband der Schwimmvereine Österreichs") durch den OSV nicht informiert worden sei. Es gebe auch kein Interesse an einer Parallelstruktur, nur an funktionierenden Strukturen.

Die vom OSV Ende 2013 bei der Kanzlei TPA Horwath in Auftrag gegebene Wirtschaftsprüfung ist im Frühjahr 2014 abgeschlossen gewesen. Unger bestätigte der APA, dass am Vortag des Welser Verbandstages am 28. März 2014 eine Information der OSV-Vorstandsmitglieder durch die zuständige Kanzlei-Mitarbeiterin über den Ausgang der Untersuchung erfolgt sei. Alle Anwesenden haben den Bericht dort auch ausgehändigt bekommen.

Unger gestand in diesem Konnex ein, dass seine damals in der Funktion des Finanzreferenten abgegebene Fortbestandsprognose für den OSV wohl zu optimistisch gewesen sei. "Ich hätte sie vorsichtiger formulieren können." Die Kanzlei hat in ihrer Conclusio starke finanzielle Warnsignale abgegeben. Auf diese Untersuchungen sind jedenfalls jene der Staatsanwaltschaft aufgebaut bzw. auf die Jahre 2006 bis 2013 ausgeweitet worden.

Förderbetrug bei bisher völlig unbekannten Abläufen

In der OSV-Aussendung wurde zudem betont, dass es bei den Hinweisen auf systematischen Förderbetrug nicht um bekannte Vorfälle bezüglich der Traglufthalle (Anm.: im Wiener Stadionbad) gehe, sondern um solche dem OSV bisher völlig unbekannte Abläufe. Das Sportministerium sei über diese Sachverhalte umgehend informiert worden. Die Vorgänge würden vom aktuellen OSV-Vorstand aufs Schärfste verurteilt.

Vonseiten des Ministeriums wurde diese Kontaktaufnahme bestätigt. In Gesprächen auf Expertenebene gehe es nun um die weitere Vorgangsweise in Bezug auf die Gebarung. Nach Feststellung der momentanen Finanzsituation des OSV sollen geeignete rechtliche Schritte gesetzt werden. Primäre Ziele seien die Aufrechterhaltung des sportlichen Betriebs sowie die widmungsgemäße Verwendung der Fördermittel.

Aus dem Kabinett von Sportminister Gerald Klug hieß es am Montag gegenüber der APA auch, dass man über eine in der Vorwoche bekannt gewordene Gründung eines sogenannten Parallelverbandes ("Neuer Schwimmverband der Schwimmvereine Österreichs") durch den OSV nicht informiert worden sei. Es gebe auch kein Interesse an einer Parallelstruktur, nur an funktionierenden Strukturen.