Erstellt am 14. Mai 2015, 09:46

von APA/Red

Fenninger aus ÖSV-Trainingslager in Zypern abgereist. Ski-Gesamt-Weltcup-Siegerin Anna Fenninger ist am Mittwoch aus dem ÖSV-Trainingslager in Zypern abgereist.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) sagte, dass die 25-jährige Salzburgerin diesen Schritt im Einvernehmen mit dem Verband gesetzt habe, um dem Medienrummel um ihre Person zu entgehen. Sie werde nun in der Heimat individuell trainieren.

Fenninger will sich öffentlich nicht äußern

Fenninger will sich derzeit öffentlich nicht äußern, nachdem ein vertrauliches E-Mail der Super-G-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin an die Öffentlichkeit gelangt ist. In diesem hatte Österreichs Sportlerin des Jahres im Konflikt um ihren Manager und ihre sportliche Betreuung mit Rücktritt gedroht. Sie wolle "die ungeplante Öffentlichkeit jetzt nicht auch noch mit weiteren Kommentierungen vergrößern", schrieb Fenninger in einem Eintrag auf Facebook und Twitter am Mittwoch. "Wir klären das Thema hoffentlich intern - wie von Anfang an beabsichtigt."

In den sozialen Netzwerken findet Fenninger nach ihrem Rundumschlag großen Zuspruch. Der Österreichische Skiverband hingegen war weniger davon angetan, dass sich die Vorzeigeläuferin per Email an Präsident Peter Schröcksnadel und Co. ihren scheinbar enormen Frust von der Seele geschrieben hat. Von wem die brisante Post an die "Sportwoche" weitergeleitet worden war, ist nicht bekannt. Seit das Online-Portal "Sportnet" am Montagabend daraus zitierte, gehen die Wogen hoch.

Konflikt wird zum Thema der Politik

Fenninger kritisierte in der Email die ablehnende Haltung des ÖSV gegenüber ihrem deutschen Manager Klaus Kärcher, drohte mit Rücktritt und forderte auch eine verbesserte Regelung ihrer sportlichen Betreuung. Der ÖSV konterte am Dienstag per Email an die Redaktionen, dass man eine Trennung vom Manager nie verlangt habe, aber für eine Zusammenarbeit derzeit die Gesprächsbasis fehle. Außerdem teilte der ÖSV mit, dass die Athletin von "einem hochwertigen Betreuungsangebot profitieren" könne und auch bereits über einen Individualtrainer verfüge.

Der Konflikt zwischen Skirennläuferin Anna Fenninger und dem Österreichischen Skiverband wird nun auch zum Thema der Politik: Sportminister Gerald Klug (SPÖ) will offensichtlich mit Fenninger und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel Gespräche führen, wie er am Mittwoch am Rande des SPÖ-Präsidiums vor Journalisten andeutete.

Auf die Frage, ob er eingreifen werde, wenn Fenninger nicht mehr für Österreich starten wolle, meinte Klug: "Ich möchte zur Stunde in diesem Zusammenhang keine öffentlichen Kommentare abgeben", bevor er nicht mit Fenninger und Schröcksnadel persönlich geredet habe. Darüber hinaus wollte er nichts sagen.