Erstellt am 19. Juli 2015, 11:16

von APA/Red

Nach Juwelierüberfall vier Täter noch flüchtig. Nach dem Überfall auf einen Juwelier in Innsbruck am Samstagnachmittag sind vier Täter weiter flüchtig.

 |  NOEN, APA (ZEITUNGSFOTO.AT)

Nach Auswertung der Überwachungsvideos verfüge man über gute Aufnahmen von den professionell agierenden Männern, die Fahndung laufe, so der stellvertretende Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes, Christoph Hundertpfund. Lob gab es seitens der Polizei für die wertvolle Hilfe durch Passanten.

Nach Sichtung der Videos vom Geschäft und vom Sparkassenplatz, wo einer der beiden aus Litauen stammenden Verdächtigen festgenommen wurde, gab Hundertpfund weitere Details zur Tat bekannt. So betrat zunächst der elegant gekleidete Haupttäter das Juweliergeschäft.

Dabei stellte er eine Tasche ab, damit die Tür offen blieb. Er zog eine Faustfeuerwaffe und zwang die Angestellte "mit massiver Gewalt" zu Boden, so Hundertpfund. Vier weitere Komplizen folgten ihm, zerschlugen mit zwei Hämmern die Vitrinen und räumten die Beute - großteils hochpreisige Markenuhren - in Säcke.

Insgesamt sechs Täter bei Überfall

Anschließend flüchteten die Männer in verschiedene Richtungen, zumindest einer wechselte dabei bereits die Kleidung. Passanten, die den Überfall mitbekamen, nahmen die Verfolgung auf oder machten Handyfotos. Am Sparkassenplatz, wo ein sechster Täter auf einem Fahrrad wartete, um die Beute zu übernehmen, beendete eine beherzte, bisher unbekannte Frau die Flucht eines Täters.

Sie wird gebeten, sich zu melden. "Sie stürzte sich sehr mutig auf den Mann, dabei wurde sie von ihm sogar getreten", sagte Hundertpfund. Passanten kamen ihr rasch zu Hilfe und hielten den Verdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Ein weiterer Verdächtiger wurde unweit des Tatorts von einer Polizeistreife verhaftet.

"Die Zivilcourage hat uns in dem Fall sehr geholfen", bedankte sich Hundertpfund. Die Passanten hätten einen echten Beitrag geleistet, so sei durch ihr Eingreifen etwa die Übergabe der Hauptbeute vereitelt worden. Die Befragung der Festgenommenen - bei beiden wurde ein Teil der Beute sichergestellt - werde am Sonntag mit einem Dolmetscher fortgesetzt, zumindest einer stelle aber jede Beteiligung in Abrede. Man nehme an, dass alle Täter aus Litauen stammen und gehe von einer kriminellen Vereinigung aus.