Erstellt am 29. Juli 2016, 12:07

Libro-Konkurs nach über 14 Jahren vor Abschluss. Seit Juni 2002 ist das Konkursverfahren gegen die Buch- und Papierhandelskette Libro AG anhängig. Nun, mehr als 14 Jahre später, stehe das Verfahren vor dem Abschluss, teilte der Gläubigerschutzverband KSV1870 am Freitag in einer Aussendung mit.

Abschied? Das Geschäft ist vor allem bei Schüler und Jugendlichen beliebt. Über kurz oder lang wird das Geschäft an den Stadtrand siedeln. KANITSCH  |  Kanitsch

Die Gläubigerschützer gehen davon aus, dass das Landesgericht Wiener Neustadt Mitte September die Schlussrechnungs- und Verteilungstagsatzung anberaumen wird, sodass die Gläubiger jedenfalls noch heuer die letzte Teilquote erhalten.

Die Gläubiger werden gemäß dem Verteilungsentwurf des Masseverwalters Günther Viehböck noch eine Konkursquote von ca. 2,2 Prozent erhalten, nachdem bereits zwei Zwischenausschüttungen zu je 5 Prozent erfolgt sind. Insgesamt haben die Gläubiger damit 12,2 Prozent ihrer Forderungen erhalten, damit liegt die Quote über der vom KSV1870 für Liquidationskonkurse ermittelten Durchschnittsquote von 7 Prozent.

Eigentlich dauert die Abwicklung der Insolvenz schon mehr als 15 Jahre, denn dem Konkursverfahren war ein gerichtliches Ausgleichsverfahren vorangegangen, das am 29. Juni 2001 eröffnet worden war. In diesem Verfahren hatten die Gläubiger eine Ausgleichsquote von 40 Prozent angenommen, doch wurde im ersten Halbjahr 2002 klar, dass der Ausgleich nicht erfüllbar sei, so dass das Unternehmen Konkursantrag stellen musste.

Gemessen an den Passiva rangiert der Konkurs der Libro AG mit 340 Mio. Euro Passiva unter den 10 größten Insolvenzverfahren der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Bei der Konkurseröffnung lag der Fall noch an vierter Stelle, wurde aber in den Folgejahren von anderen Mega-Insolvenzen überholt und liegt heute auf Rang 8 unter den "Flop 10".

Der Industrielle Josef Taus hatte die insolvente Buch- und Papierhandelskette Libro Anfang 2003 übernommen und weitergeführt.