Erstellt am 08. Mai 2015, 11:43

von APA/Red

Mehr Geld für sprachliche Frühförderung. Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) und Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) haben am Freitag eine 15a-Vereinbarung über die sprachliche Frühförderung in Kindergarteneinrichtungen unterzeichnet.

Bis 2018 stellt der Bund dafür 60 Millionen Euro zur Verfügung. Das sei eine Vervierfachung der Mittel gegenüber der ersten Periode seit 2012, betonte Kurz. Von den Ländern kommen 30 Millionen.

Der Minister dankte Pröll, derzeit Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, für die Zusammenarbeit mit den Bundesländern. Integration funktioniere durch Leistung, und diese müsse man ermöglichen. Die Sprache sei die Basis für Bildungschancen, jeder - egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion - soll in Österreich erfolgreich sein können, hielt Kurz fest.

Sprache als Basis für Bildungschancen

Es gelte, früh zu fördern statt später zu reparieren. Angesetzt werde daher bei den Drei- bis Sechsjährigen, damit die Deutschkenntnisse beim Schuleintritt bereits vorhanden sind.

Der niederösterreichische Anteil an der Cofinanzierung betrage vier Mio. Euro jährlich, so Pröll. Daneben fließen 26 Millionen in die Anstellungen interkultureller Mitarbeiter. Im Rahmen der sprachlichen Frühförderung seien seit 2012 etwa 20.000 Kinder betreut worden, bis 2018 werden es 7.000 jährlich sein. Dafür stehen 162 interkulturelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 281 Sonderkindergartenpädagoginnen zur Verfügung.

Spracherwerb sei ein wesentlicher Beitrag zur Integration und zudem als Grundlage für Ausbildung im Hinblick auf die angespannte Arbeitsmarktsituation wichtig, unterstrich Pröll. Die Integration von Migranten sei dem Land grundsätzlich ein Anliegen, führte er die Umsetzung von 114 konkreten Projekten seit 2011 an.

Dem Thema habe man sich im Zusammenhang mit dem Asylwesen auch bei der Landeshauptleutekonferenz am Mittwoch in St. Pölten gewidmet. Der Landeshauptmann verwies weiters auf die wachsende Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Land. Die humanitäre Aufgabe, Migranten aufzunehmen, werde noch intensiver werden.