Erstellt am 09. April 2015, 13:37

von APA/Red

Fischer bleibt Weltkriegsgedenken mit Putin in Moskau fern. Wie die meisten westlichen Staats- und Regierungschefs fährt Bundespräsident Heinz Fischer nicht zum Weltkriegsgedenken am 9. Mai nach Moskau.

Die Präsidentschaftskanzlei teilte die Absage am Donnerstag in einer Aussendung mit. Viele Staaten bleiben den Feierlichkeiten in der russischen Hauptstadt aus Protest gegen Präsident Wladimir Putin fern.

Fischer werde durch den österreichischen Botschafter in Moskau vertreten, hieß es. Der Präsident habe zudem in einem Schreiben an Putin die "Millionen Opfer der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges" gewürdigt.

Auch Barack Obama und Angela Merkel sagten ab

US-Präsident Barack Obama und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagten ebenfalls eine Teilnahme ab, Merkel will aber einen Tag später am 10. Mai einen Kranz zum Gedenken an die Gefallenen niederlegen.

Zu den Feierlichkeiten am 9. Mai kommen wollen aus Europa nur Tschechiens Präsident Milos Zeman, Serbiens Staatschef Tomislav Nikolic, Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras und ein Vertreter Zyperns.

Auch die polnische Regierungschefin Ewa Kopacz sagte ihre Teilnahme am Donnerstag ab. Regierungssprecherin Malgorzata Kidawa-Blonska sagte am Donnerstag, die liberalkonservative Ministerpräsidentin habe sich so wie "viele wichtige europäische Politiker" entschieden und die Einladung zu den Feiern zum 70. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland nicht angenommen.

Eine offizielle Begründung gab es nicht, sagte sie. "Die russische Seite weiß genau, warum es zu den Absagen kommt." Wer Polen bei der Feier repräsentieren werde, stehe noch nicht fest. "Wir schauen noch, wie unsere europäischen Partner reagieren", sagte Kidawa-Blonska.

Nachfolgestaaten der Sowjetunion feiern am 9. Mai

Die Nachfolgestaaten der Sowjetunion feiern das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa traditionell am 9. Mai - im Gegensatz zu den westlichen Alliierten, die den Sieg über Nazi-Deutschland schon einen Tag zuvor begehen.

Beim 60. Jahrestag des Kriegsendes in Moskau 2005 waren noch die meisten westlichen Staaten vertreten, zu Gast waren etwa der damalige deutsche Kanzler Gerhard Schröder und US-Präsident George W. Bush.