Erstellt am 04. März 2015, 11:51

Internationale Zigarettenschmuggler geschnappt. Fahnder des Zollamtes Graz haben Schmugglern aus Ungarn, Österreich und Serbien das Handwerk gelegt, die seit 2014 rund 1,3 Millionen Zigaretten aus Serbien nach Österreich gebracht haben, berichtete das Zollamt Graz am Mittwoch.

Fünf Männer im Alter zwischen 35 und 50 Jahren wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert, ein Teil der Rauchwaren konfisziert.

Beamte der Operativen Zollaufsicht (OZA) waren im November 2014 bei Routinekontrollen auf der Pyhrnautobahn (A9) bei Spielfeld im südsteirischen Bezirk Leibnitz auf Hinweise auf einen groß angelegten Schmuggel gestoßen: In einem Pkw mit kroatischem Kennzeichen wurden insgesamt 60.400 Stück Zigaretten ausländischer Herkunft in sogenannten bauartbedingten Hohlräumen des Fahrzeugs gefunden. Die Zigaretten waren zur Weitergabe im privaten Bereich bestimmt, sagte die Vorständin des Zollamtes Graz, Heike Hohensinner-Blüthner.

Die darauffolgenden Ermittlungen der Zollfahndung Graz im Auftrag der Staatsanwaltschaft führten zu einer internationalen Tätergruppe, die Zigaretten von Serbien nach Österreich geschmuggelt hatte: Anfang Februar 2015 erfolgte ein Zugriff der Zollfahndung in Wien, bei dem ein ungarischer Lieferant und der österreichische Empfänger auf frischer Tat ertappt wurden. Der Ungar hatte die insgesamt 65.300 Stück Zigaretten ebenfalls in Hohlräumen seines Wagens versteckt. Beide Männer wurden festgenommen.

Diensthunde des Zolls bewiesen richtigen Riecher

Die weiteren Ermittlungen führten zu fünf Hausdurchsuchungen im Wiener Raum, dabei wurden weitere 52.260 Stück Zigaretten und rund 20.000 Euro Bargeld, welches zum Großteil aus dem illegalen Zigarettenhandel stammte, sichergestellt. Für drei weitere Schmuggler klickten die Handschellen - für einen Österreicher und zwei Serben. Sie hatten die Wohnungen gemietet. Außerdem wurden Waffen wie Schlagringe sowie eine Schrotflinte konfisziert. Neun zum Transport und zur Weiterverteilung der Tabakwaren verwendete Fahrzeuge wurden ebenfalls beschlagnahmt.

Großen Anteil am Erfolg der Hausdurchsuchungen hatten die beiden eingesetzten Diensthunde des Zolls, die etwa 12.400 Stück Zigaretten, welche im Küchenblock einer Wohnung eingebaut waren, erschnüffelten. Bei den Durchsuchungen von Kellerabteilen spürten die Diensthunde weitere 27.400 Stück Zigaretten auf. Zusätzlich wurden gestohlene Autoteile entdeckt, woraufhin die Polizei verständigt wurde. Der Schaden hierbei beläuft sich auf mehrere Tausend Euro.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand schmuggelte die Tätergruppe seit dem Jahr 2014 insgesamt 1.292.400 Stück Zigaretten nach Österreich. Der Gesamtschaden für den Steuerzahler beläuft sich auf ungefähr 250.000 Euro. Der Strafrahmen beträgt bis zu fünf Jahre Haft und bis zu einer Million Euro Geldstrafe bzw. Wertersatz.