Erstellt am 18. August 2014, 19:48

von APA/Red

Internationaler Haftbefehl gegen Islamisten. Gegen einen 19 Jahre alten Wiener mit tunesischen Wurzeln ist ein internationaler Haftbefehl ausgestellt worden, wie die Zeitungen "Heute" und Krone" am Montag berichteten.

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Der Vorwurf: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (der IS, Islamischer Staat, Anm.) sowie Anstiftung zur Begehung schwerer Verbrechen. Der junge Mann soll sich in Nordsyrien befinden.

Über diverse soziale Netzwerke soll er zur Teilnahme am Heiligen Krieg aufgerufen haben. Die Staatsanwaltschaft Wien wollte das nicht bestätigen, der junge Mann findet sich jedoch unter den Fahndungsvermerken auf der Homepage von Interpol.

Auf seinen Accounts finden sich laut Medien Einträge, in denen er "Brüder und Schwestern" aufruft, den "richtigen Weg" zu gehen, ihnen die Reise in den Jihad schmackhaft macht und sie zu Straftaten aufruft. "Wenn ihr schon nicht auswandert und kämpft, dann macht es hier. Allah gibt euch die Möglichkeit, den Jihad auch hier zu führen" - rief der Mann unter seinem Alias "Firas Abdullah II" zur Bekämpfung der in Österreich lebenden Jesiden auf.

"Verfolgen diese Tendenzen mit großer Sorge"

Da seine bisherigen Facebook-Accounts gesperrt wurden, tritt er nun unter dem Namen "Firas Abdullah III" auf. Laut "Krone" (Montagsausgabe) hat er ein Foto gepostet, auf dem sich ein sandfarbenes Granatwerfergeschoß mit zusätzlichen Treibladungen in einer Munitionskiste findet. Darauf stand auf Deutsch zu lesen: "Geschenk vom Islamischen Staat an den Verfassungsschmutz".

Carla Amina Baghajati, Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), sagte, der junge Mann sei bei ihrer Organisation weder aufgefallen noch bekannt. "Wir verfolgen diese Tendenzen aber mit großer Sorge". Eine Möglichkeit dagegen anzugehen biete der Religionsunterricht, in denen man "theologische Argumente gegen die falschen Wege, welche die da gehen, bietet". Wenn es sich bei aber um Schulabbrecher handle, komme man schwer an sie heran, bestätigte Baghajati. Viele junge Menschen würden sich auch an die IGGiÖ wenden aus Sorge um das Image des Islam: "Sie bitten um Hilfe, sie wollen nicht, dass sie alle in einen Topf geworfen werden".