Erstellt am 19. April 2014, 12:51

Interpol fahndet nach Wiener Mädchen in Syrien. Nach den beiden seit über einer Woche abgängigen Wiener Mädchen, die sich nach eigenen Angaben auf den Weg nach Syrien machten um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen, fahndet nun auch die internationale Polizeiorganisation Interpol.

Damit bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Samstag entsprechende Medienberichte. Weitere Angaben konnte er aber nicht verifizieren.

Die abgängigen Jugendlichen sollen sich nach Angaben der britischen Zeitung "Daily Mail", die sich auf österreichische Behörden berufen, bereits in einem Trainingscamp befinden, verheiratet sein und in den Häusern ihrer jeweiligen Ehemänner leben. Entsprechende Berichte darüber gebe es auch auf der Facebook-Seite der Mädchen bzw. ihrem Blog.

Im Internet sollen die beiden Minderjährigen außerdem gepostet haben: "Wir fürchten nicht den Tod, der Tod ist unser Ziel." Die Familien der beiden bosnischstämmigen Mädchen bezweifeln die Echtheit der Postings.

Der genaue Aufenthaltsort der 15-jährigen Samra K. und der 16-jährigen Sabina S. ist derzeit unklar. Am Donnerstag vergangener Woche verließen sie Österreich per Flugzeug Richtung Türkei, von wo aus sie nach Syrien reisen wollten, wie die Mädchen in einem Abschiedsbrief ankündigten.

Eines der beiden Mädchen wurde bei einem Heimatbesuch in Bosnien-Herzegowina von Radikalen geködert. Die Rolle eines muslimischen Gebetshauses in Wien-Favoriten - die beiden Schülerinnen sollen sich in jüngster Zeit vermehrt dort aufgehalten haben - werde derzeit geprüft.

Die Tageszeitung "Österreich" berichtete hingegen, Samra und Sabina seien in der Altun-Alem-Moschee im zweiten Wiener Gemeindebezirk "radikalisiert" worden. Hassprediger Ebu Tejma soll dort "dreimal pro Woche junge Gläubige aufpeitschen". Polizeisprecher Hashlinger zufolge seien dies nur Spekulationen der Medien. Ermittlungen in diese Richtung hätten "keinerlei Erkenntnisse gebracht".