Erstellt am 14. November 2015, 20:22

IS bekannte sich zu den Anschlägen in Paris. Die Anschläge in Paris sind laut Frankreichs Präsident Francois Hollande von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verübt worden. Der IS bekannte sich wenig später zu den Taten.

 |  NOEN, APA (epa)

Belgische Anti-Terror-Ermittler nahmen am Samstagabend in Brüssel außerdem eine Person fest, die am Freitagabend in der französischen Hauptstadt gewesen sein soll.

Nach den Anschlägen sei ein Mietwagen mit einer Verbindung in den Brüsseler Stadtteil Molenbeek in Paris entdeckt worden, sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens am Samstag. Dort habe die belgische Polizei bei einem Großeinsatz mehrere Menschen festgenommen, sagte Geens weiter.

Die Boulevardzeitung "La Derniere Heure" berichtete, die Razzien der Polizei hätten in den Wohnungen dreier junger Männer stattgefunden, die an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein sollen. Aus der französischen Hauptstadt hatten mehrere Augenzeugen berichtet, die Angreifer vom Freitagabend seien in einem Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen gekommen.

Die Anschläge mit fast 130 Todesopfern seien ein "Kriegsakt" einer "terroristischen Armee, dem IS", sagte der französische Präsident Francois Hollande am Samstag in Paris. Die Anschläge seien "von außen" geplant und organisiert und mit Komplizen "im Inneren" verübt worden. "Was sich gestern ereignet hat, ist ein Kriegsakt, und dem gegenüber muss das Land die angemessenen Entscheidungen treffen", sagte Hollande. "Das ist ein Akt absoluter Barbarei."

Hollande kündigte einen "unerbittlichen" Kampf gegen Jihadisten in Frankreich und im Ausland an. Die Franzosen rief der Staatschef zur "Einheit" auf. "Alle Maßnahmen sind getroffen worden, um unsere Mitbürger und unser Staatsgebiet zu schützen", betonte der Präsident. Für Montag berief Hollande den Kongress, also beide Kammern des französischen Parlaments, zu einer Sondersitzung nach Versailles ein. Kundgebungen im Großraum Paris wurden bis Donnerstag untersagt. Die Polizeipräfektur von Paris verhängte ein öffentliches Versammlungsverbot.

Ganz Frankreich wird nun mehrere Tage Trauer tragen. "Ich habe ein Dekret erlassen, um drei Tage Staatstrauer anzuordnen", sagte Präsident Francois Hollande am Samstagvormittag nach einer Sitzung seines Sicherheitskabinetts. Daran nahmen neben den Ministern auch die ranghöchsten Vertreter der Sicherheitsbehörden teil.

Der "Islamische Staat"übernahm die Verantwortung für die Anschlagsserie von Paris. In einer am Samstag im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, "acht Brüder" mit Sprengstoffgürteln und Sturmgewehren hätten einen "gesegneten Angriff" auf das "Kreuzzug-Frankreich" verübt.

Die Jihadistenmiliz veröffentlichte zudem ein Video, in dem zu weiteren Anschlägen in Frankreich aufgerufen wird. "Solange ihr uns weiter bombardiert, werdet ihr nicht in Frieden leben können", sagte der Mann mit Verweis auf französische Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. 

"Ihr werdet sogar Angst haben, auf einen Markt zu gehen." Das Video wurde von einer Web-Plattform namens "Al-Hayat-Medien-Zentrum" veröffentlicht. Die Aufzeichnung selbst war nicht datiert.

Unterdessen ist einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan identifiziert worden. Es handle sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen. Außerdem wurde in der Nähe der Leiche eines mutmaßlichen Attentäters ein syrischer Pass gefunden. 

Laut Polizeikreisen gehen die Ermittler gemeinsam mit französischen und ausländischen Geheimdiensten derzeit einer "syrischen Spur" nach. Am Freitagabend hatten mindestens acht Angreifer sechs verschiedene Orte in Paris und im Norden der französischen Hauptstadt angegriffen, die meisten Toten gab es im "Bataclan".

Ungeachtet der Anschläge von Paris hält Frankreich nach den Worten von Außenminister Laurent Fabius an seinem internationalen Engagement fest. "Das internationale Handeln Frankreichs wird fortgesetzt und ist gesichert", sagte Fabius am Samstag in Wien. Sein Land beteiligt sich unter anderem mit Luftangriffen am Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak.