Erstellt am 23. Juni 2014, 16:32

ISIS-Kämpfer töteten bereits "Hunderte" Soldaten. Die Jihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (ISIS) hat im Zuge ihres Vormarschs im Irak bereits "Hunderte" Soldaten getötet.

Das sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Sprecher von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, Generalleutnant Kassem Atta, am Montag im irakischen Fernsehen. Es handelt sich um die bisher präziseste offizielle Äußerung zur Zahl der getöteten Soldaten.

Die ISIS brachte indes eine strategisch wichtige Stadt im Nordwesten des Irak vollständig unter ihre Kontrolle. Die Aufständischen hätten Tal Afar und den Flughafen der Stadt erobert, erklärten ein örtlicher Regierungsvertreter und Augenzeugen am Montag. Die irakische Armee habe sich inzwischen zurückgezogen, ein Großteil der Bevölkerung sei aus der Region geflohen.

Die Jihadisten hatten sich in den vergangenen Tagen schwere Gefechte mit den Regierungstruppen geliefert und dabei bereits große Teile der mehrheitlich schiitischen Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Tal Afar, die zweitgrößte Stadt der Provinz Ninive, liegt zwischen Mossul und der Grenze zu Syrien.

Bei einem Angriff auf einen Gefangenentransport südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad wurden am Montag mehr als 70 Menschen getötet. Wie ein Polizeioffizier und ein Arzt mitteilten, starben 69 Gefangene. Zudem seien bei anschließenden Gefechten ein Polizist und acht Angreifer in der Nähe der Stadt Hashimija in der Provinz Babylon getötet worden. Wer den Konvoi angriff, war unklar.

Bei ihrem Vormarsch aus dem Norden des Iraks in Richtung der Hauptstadt Bagdad hatten ISIS-Extremisten seit dem 9. Juni mehrere große Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Ziel von ISIS ist die Gründung eines grenzübergreifenden islamischen Staats in der Region. Hunderttausende Iraker flohen vor den Kämpfen. Am Montag hielt sich US-Außenminister John Kerry zu Gesprächen über die Krise in Bagdad auf. Kerry wolle die politische Führung des Landes dazu bringen, eine Regierung zu bilden, die die Interessen aller Iraker vertrete, teilte das State Department mit.