Erstellt am 13. Juni 2014, 10:02

Islamisten im Irak nahmen weitere Orte ein. Im Irak sind radikal-islamische Aufständische weiter auf dem Vormarsch. In der Nacht zum Freitag nahmen sie zwei Ortschaften sowie mehrere Dörfer in der östlichen Provinz Diyala ein.

Wie der mit saudischem Geld finanzierte Nachrichtensender Al-Arabiya am Freitag meldete, übernahmen die ISIL-Kämpfer außerdem die Stadt Jalula, rund 125 Kilometer nordöstlich von Bagdad.

Örtliche Aufständische sollen nach Angaben von Al-Arabiya auf der Seite der Extremisten gekämpft haben. In Jalula leben auch viele kurdische Iraker.

Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL/ISIS) hatten Anfang der Woche die nordirakische Millionenmetropole Mossul überrannt. Seitdem rücken die sunnitischen Kämpfer Richtung Bagdad vor, um die von Schiiten geführte Regierung zu stürzen. Die Kurden, die im Nordirak eine eigene autonome Region kontrollieren, haben sich die Situation zunutze gemacht und ihr Territorium ausgedehnt. So kontrollieren sie mittlerweile unter anderem die Ölstadt Kirkuk, die außerhalb des Gebiets ihrer Enklave liegt.

US-Unternehmen haben unterdessen vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Sicherheitslage im Irak US-Mitarbeiter einer irakischen Luftwaffenbasis vorübergehend evakuiert. Dies teilte das amerikanische Außenministerium am Donnerstag mit. Es handelt sich demnach um US-Amerikaner, die für die irakische Regierung im Verteidigungsbereich arbeiten.

Konkret soll die Basis Balad nördlich der Hauptstadt Bagdad betroffen sein, wie es aus US-Verteidigungskreisen hieß. Rund hundert US-Amerikaner seien vorübergehend in die irakische Hauptstadt verlegt worden. Sie seien an der geplanten Lieferung von 36 amerikanischen F-16 Kampfjets an die irakische Regierung beteiligt gewesen.

Das Pentagon betonte, dass die US-Regierung nicht an der Operation beteiligt sei: "Es sind ihre Mitarbeiter, ihre Flugzeuge", hieß es. Auf dem Militärflughafen Balad waren während der US-Besatzung bis zu 36.000 US-Militärangestellte stationiert, doch wurde der weitläufige Komplex im November 2011 in die Verantwortung der Iraker übergeben.

US-Außenamtssprecherin Jen Psaki bestätigte, dass es sich bei den Betroffenen um Auftragnehmer der irakischen Regierung handelt, die im Rahmen des Programms zu Militärverkäufen ans Ausland (FMS) im Irak seien. Die Besetzung der US-Botschaft und Konsulate habe sich nicht verändert, erklärte sie.

Der Iran schickte unterdessen Revolutionsgarden in den benachbarten Irak, um die Jihad-Verbände der ISIL zurückzudrängen. Mindestens drei Bataillone der Al-Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, wurden zur Unterstützung geschickt, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf iranische Sicherheitskreise.

Der iranische Präsident Hassan Rohani hat unterdessen dem Nachbarland Irak die uneingeschränkte Solidarität im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIL (ISIS) zugesichert. Sowohl auf regionaler als auch internationaler Ebene werde der Iran alles im Kampf gegen die Terroristen im Irak unternehmen, sagte Rohani dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki.

Dementsprechend beauftragte er seinen Außenminister Mohammed Jawad Zarif, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete, Zarif habe bereits Kontakt mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und seinen Amtskollegen in der Türkei, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen. Der iranische Chefdiplomat forderte demnach gemeinsame Maßnahmen gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in der Levante" im Irak.

Eine Bestätigung, dass der Iran auch Truppen in den Irak entsandt habe, gab es zunächst nicht. Nach Auffassung Teherans sind die Erfolge der ISIL auch eine Konsequenz der westlichen Politik in der Syrien-Krise. Terroristen sei nicht nur Spielraum gegeben worden, man habe sie sogar ermutigt. Für das schiitische Land ist es eine Genugtuung, auch gegenüber der Türkei und Saudi-Arabien, dass deren Unterstützung für die Rebellen in Syrien zu einer Eskalation der Krise geführt habe.