Erstellt am 01. August 2014, 11:48

Israel erklärte Waffenruhe für gescheitert. Israel hat die dreitägige Waffenruhe mit den militanten Palästinensern im Gazastreifen für gescheitert erklärt.

Ein israelischer Repräsentant habe den UNO-Gesandten Robert Serry darüber informiert, berichtete ein Reporter der Zeitung "Haaretz" am Freitag nach Angaben der deutschen Presseagentur dpa. Zuvor hatte es bereits Meldungen gegeben, dass die Waffenruhe äußerst brüchig sei. Mindestens 25 Menschen seien durch israelischen Granatenbeschuss nahe Rafah im südlichen Gazastreifen getötet worden, erklärte das Innenministerium des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Küstenstreifens. Israel wiederum beschuldigte Hamas und andere militante Palästinensergruppen, sie hätten die von den Vereinten Nationen (UNO) und den USA vermittelte Feuerpause gebrochen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und US-Außenminister John Kerry hatten zuvor erklärt, unschuldigen Zivilisten solle eine Atempause verschafft werden. Kurz vor der Feuerpause schossen militante Palästinenser im Gazastreifen noch Raketen auf israelische Ortschaften ab.

Mehrere Versuche einer Waffenruhe in dem blutigen Konflikt sind bereits gescheitert. Bei israelischen Angriffen in den Orten Khan Junis und Bani Suhaila kamen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in der Nacht mehr als ein Dutzend Palästinenser ums Leben.

Mehr als 1.450 Menschen getötet

Die Zahl der seit dem 8. Juli getöteten Menschen im Gazastreifen ist inzwischen mit mehr als 1.450 höher als bei der vergangenen Bodenoffensive Israels 2009. Nach israelischen Angaben handelt es sich bei mehreren hundert davon um militante Kämpfer. Innerhalb von mehr als drei Wochen wurden im Gaza-Krieg 61 israelische Soldaten und drei Zivilisten getötet. Nach palästinensischen Angaben sind es die höchsten Verluste seit der israelischen Eroberung des Gazastreifens im Sechstagekrieg von 1967.

Israel bestätigte Freitagfrüh offiziell, es habe einer 72-stündigen humanitären Feuerpause zugestimmt. Die israelische Armee soll in der Zeit weiter Tunnel der im Gazastreifen herrschenden Hamas zerstören. Insgesamt seien etwa 80 Prozent der von Israel entdeckten "Terror-Tunnel" zerstört worden, berichtete der israelische Rundfunk am Freitag. Weiteres Ziel der israelischen Offensive war es, den dauernden Raketenbeschuss von Israels Ortschaften zu unterbinden.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan attackierte indes Israel wegen seines Vorgehens im Gazakonflikt erneut verbal und warf dem jüdischen Staat dabei einen "Hitler-artigen Faschismus" vor. "Der Völkermord Israels erinnert an den Völkermord Hitlers", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi den Regierungschef am Donnerstag bei einer Rede im osttürkischen Van.

Die Schreie getöteter palästinensischer Kinder "werden nicht unbeantwortet bleiben", sagte Erdogan weiter. Erst vor knapp zwei Wochen hatte der türkische Ministerpräsident Israel wegen seiner Militäroffensive im Gazastreifen Grausamkeiten vorgeworfen, die sogar "Hitler"überträfen.

Die Israelis verfluchten Hitler für den Holocaust, "aber jetzt hat der terroristische Staat Israel mit seinen Gräueltaten in Gaza Hitler übertroffen", zitierte ihn Anadolu Ajansi. Zugleich betonte er damals: "Der Ärger und Abscheu der Türkei richtet sich gegen den Unterdrücker Israel, nicht gegen das jüdische Volk." Bereits zuvor war es zu ähnlichen Ausfällen Erdogans gekommen.