Erstellt am 31. Juli 2014, 09:17

von APA/Red

Israel mobilisierte 16.000 Reservisten. In der vierten Woche der israelischen Offensive im Gazastreifen mobilisiert die Armee weitere 16.000 Reservisten. Das berichtete die Tageszeitung "Haaretz" (Onlineausgabe) am Donnerstag unter Berufung auf eine Mitteilung des Militärs.

Der Schritt solle den Truppen "Raum zum Atmen" geben, erklärte ein hochrangiger Vertreter. Die Zahl der mobilisierten Soldaten beläuft sich damit auf 86.000.

Indes haben die USA Israel mit neuer Munition versorgt. Die US-Regierung entsprach damit am Mittwoch einer israelischen Anfrage vom 20. Juli, wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe die Lieferung drei Tage später genehmigt.

Pentagonsprecher John Kirby sagte, es habe sich um eine "rein ministerielle Entscheidung" gehandelt, eine Billigung des Weißen Hauses sei nicht nötig gewesen. Die USA stünden für die Sicherheit Israels ein, sagte Kirby. Es sei für die nationalen Interessen der USA "entscheidend", Israel dabei zu helfen, seine Fähigkeit zu einer "starken und reaktiven Selbstverteidigung" zu entwickeln und aufrecht zu erhalten. Der Waffenverkauf stehe mit diesen Zielen im Einklang. Ein Teil der Munition im Wert von umgerechnet rund 750 Millionen Euro stammt aus einem Zwischenlager der US-Armee auf israelischem Boden, sie steht den israelischen Streitkräften im Notfall zur Verfügung.

Schule bei Luftangriff von Trümmern getroffen

Bei einem neuerlichen Angriff auf das Flüchtlingslager Jabalya im Norden des Gazastreifens sind am Donnerstag mindestens 15 Palästinenser verletzt worden, die in einer UNO-Schule Zuflucht suchten. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte griff die israelische Armee aus der Luft eine Moschee in der Nähe der Schule an. Trümmer hätten die Schule getroffen, zwei Personen wurden schwer verletzt.

Bei einem Angriff des israelischen Militärs auf eine andere UNO-Schule in Jabalya waren am Mittwochmorgen 16 Menschen getötet worden. Zwei Klassenräume wurden von Panzergranaten verwüstet. In der Schule hatten etwa 3300 Palästinenser Zuflucht gesucht. Der israelische Angriff wurde international scharf kritisiert.

"Rechte werden völlig verwehrt, es ist entsetzlich"

Der langjährige Sprecher des UNO-Palästinenserhilfswerks (UNWRA), Chris Gunness, brach angesichts der schlimmen Zustände bei einem Live-Interview mit dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera in Tränen aus. "Die Rechte der Palästinenser, sogar ihrer Kinder, werden völlig verwehrt, und es ist entsetzlich", sagte Gunness.

Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli stieg die Zahl der Toten durch die israelischen Angriffe nach palästinensischen Angaben auf mehr als 1350, die der Verletzten auf mehr als 7300. Bei den Opfern handelt es sich zum größten Teil um Zivilisten, darunter sehr viele Kinder. Auf israelischer Seite wurden 56 Soldaten und drei Zivilisten getötet.