Erstellt am 08. Juli 2014, 07:30

Israel startete Luftoffensive im Gazastreifen. Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel eine neue Luftoffensive gestartet.

Vertretern der radikalislamischen Hamas zufolge flogen israelische Kampfflugzeuge am Dienstag früh mehr als 30 Angriffe. Auch Wohnhäuser seien beschossen und zerstört worden, zwölf Menschen verletzt, sagte ein Sprecher der lokalen Notfalldienste. Das israelische Militär bestätigte die Luftschläge.

Die Gewalt zwischen Israelis und militanten Palästinensern war zuletzt eskaliert. Beide Seiten beschießen sich seit Tagen mit Raketen und Granaten. In mehreren Städten kam es zu Krawallen. Auslöser waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Religionsschülern sowie der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen. In der Region wächst die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg sowie einem neuen Palästinenser-Aufstand.

Nach Angaben des israelischen Militärs trägt die nun gestartete Offensive den Namen "Operation Protective Edge" (hebräisch: "Zuk Eitan"). Ihr Ziel sei es, den Terror zu beenden, der die Israelis täglich bedrohe. Die israelische Armee stellt sich inzwischen auch auf den Einsatz von Bodentruppen in dem Palästinensergebiet ein. Der israelische Militärsprecher Peter Lerner sagte am Dienstag, die Offensive habe zwei Ziele. "Wir wollen der Hamas im Gazastreifen einen Schlag versetzen und die Raketenangriffe auf Israel verringern."

Zuletzt wurden 1.500 Reservisten mobilisiert. Es gebe keine zeitliche Beschränkung der Operation. "Wir stellen uns auf den möglichen Einsatz von Bodentruppen ein", sagte Lerner. "Aber ich denke nicht, dass das sofort passieren wird."

Wie palästinensische Sicherheitskreise berichteten, zerstörten israelische Kampfflugzeuge am frühen Dienstagmorgen im Süden des Gazastreifens drei Häuser von Hamas-Mitgliedern. Die dort lebenden Familien hätten zuvor einen Warnanruf der israelischen Armee erhalten.

Der bewaffnete Arm der Hamas warnte umgehend vor weiteren solchen Attacken. Angriffe auf Wohnhäuser seien eine rote Linie, schrieben die Al-Qassam-Brigaden in einer per Email verbreiteten Mitteilung. Sollte dies nicht gestoppt werden, "werden wir darauf mit einer überraschenden Ausweitung unserer Attacken reagieren".

Die Hamas hatte am Montagabend Dutzende von Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, es seien Ortschaften im Umkreis von 40 Kilometern vom Gazastreifen angegriffen worden. Zahlreiche Raketen seien vom Abwehrsystem "Iron Dome" abgefangen worden. Dem Militär zufolge erfolgten am Morgen weitere Raketenangriffe aus dem Gazastreifen.

Im Streit um das richtige Vorgehen angesichts der Eskalation der Gewalt brach Außenminister Avigdor Lieberman das Bündnis seiner Partei mit dem regierenden Likud. Seine Fraktion wolle aber in der von Regierungschef Benjamin Netanyahu geführten Koalition bleiben.