Erstellt am 14. August 2014, 11:21

von APA Red

Israel: Waffenruhe hält vorerst. Eine zwischen Israel und den Palästinensern vereinbarte neue fünftägige Waffenruhe hält vorerst.

Nach palästinensischen Raketen und einem israelischen Gegenangriff in der Nacht wurden seit den frühen Morgenstunden keine Verstöße berichtet. Unterdessen wollen Israel und die Palästinenser ihre Verhandlungen über eine dauerhafte Eindämmung der Gewalt am Wochenende in Kairo fortsetzen.

Wochenende: Verhandlungen sollen fortgesetzt werden

Beide Seiten hatten Mittwochnacht eine weitere Verlängerung der Waffenruhe im Gaza-Krieg um fünf Tage vereinbart. In dieser Zeit sollen die Konfliktparteien weiter indirekt über eine dauerhafte Waffenruhe beraten. Bei ihren dreitägigen Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gelang es Israelis und Palästinensern bisher nicht, sich auf einen dauerhaften Waffenstillstand zu einigen.

Zuletzt bestand weiterhin kein Konsens über zwei Hauptstreitpunkte: die Entwaffnung der palästinensischen Hamas-Bewegung einerseits und die Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens andererseits.

Am Wochenende sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Die Unterhändler beider Seiten sollen dann in Kairo erneut über Vermittler miteinander reden. Nach Medienberichten hatten die ägyptischen Vermittler intensiven Druck auf die Palästinenser ausgeübt, damit diese den Verhandlungen noch eine Chance geben.

Barack Obama forderte dauerhafte Waffenruhe

Die israelische Armee will unterdessen untersuchen, ob ihre Soldaten während des Gaza-Krieges das humanitäre Völkerrecht gebrochen haben. Dutzende Fälle, in denen palästinensische Zivilisten getötet und der Armee Verbrechen vorgeworfen wurden, würden geprüft, berichtete die Nachrichtenseite "Haaretz" am Donnerstag. Darunter seien auch Angriffe auf UNO-Einrichtungen und Kämpfe in der südlichen Stadt Rafah nach der Entführung eines israelischen Soldaten vor zwei Wochen.

Israel wird vorgeworfen, im jüngsten Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben. Eine UNO-Kommission, die den Sachverhalt klären soll, wird von Israel als voreingenommen betrachtet. Das Gremium sei "in Sünde geboren", sagte die israelische Justizministerin Tzipi Livni am Donnerstag.

US-Präsident Barack Obama forderte in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu eine dauerhafte Waffenruhe. Er bekräftigte zudem die Unterstützung der USA für die ägyptischen Vermittlungsversuche, wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte. Eine Einigung müsse die Sicherheit Israels gewähren und die humanitäre Krise im Gazastreifen berücksichtigen.

Mehr als 10.000 Verletzte seit Beginn der Offensive

Auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) bezeichnete eine Waffenruhe als "entscheidend". In einem zweiten Schritt müssten Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung geführt werden, so der Minister am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal. Generell sei die Situation im Nahost-Konflikt aber eine "sehr verfahrene".

Israel hatte seine Offensive im Gazastreifen am 8. Juli als Reaktion auf fortwährenden Raketenbeschuss seiner Grenzorte begonnen. Vor gut einer Woche zog es seine Bodentruppen wieder ab, setzte seine Luftangriffe aber fort - mit Unterbrechungen während zweier Feuerpausen.

Seit Beginn der Offensive starben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1.950 Menschen, mehr als 10.000 wurden verletzt. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Mehrere Hundert Menschen erlitten Verletzungen.