Erstellt am 22. April 2015, 12:28

von APA/Red

Italien drängt auf internationale Präsenz in Libyen. Italien will bei dem am Donnerstag geplanten EU-Gipfeltreffen zur Flüchtlingsproblematik eine Stärkung der internationalen Präsenz in Libyen verlangen.

"Wir drängen auf eine starke Präsenz internationaler Organisationen in Südlibyen. Es ist wichtig, dass die EU, mit UN-Hilfe in Libyen anwesend ist", betonte Italiens Premier Matteo Renzi in einer Ansprache vor dem Parlament.

Europäisches Team soll sich mit Asylanträgen befassen

Renzi forderte, dass sich ein europäisches Team mit den von den Flüchtlingen eingereichten Asylanträgen befasse. Zugleich müsse sich die EU einschalten, damit die Abfahrt der Flüchtlinge aus Nordafrika gestoppt werde. Renzi begrüßte den Willen zum Handeln, den Brüssel nach der Flüchtlingstragödie in libyschen Gewässern bezeuge. "Ich bin sehr optimistisch, dass es in Europa zu einer Trendwende kommt", meinte Renzi. Italien könne im Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand nicht mehr allein gelassen werden. Ganz Europa müsse das "moderne Sklaventum" bekämpfen.

Renzi hob die Resultate des verstärkten Einsatzes der Sicherheitskräfte gegen den Menschenhandel hervor. "Schlepper bereichern sich an dem Menschenhandel. Italien hat bereits tausend davon festgenommen", meinte der italienische Regierungschef.

"Offene Wunde"für Europa

Italiens Staatschef Sergio Mattarella urgierte die internationale Gemeinschaft zu entschlossenem Handel zur Vorbeugung weiterer Flüchtlingstragödien im Mittelmeer. "Es ist die Pflicht Italiens, Europas und der gesamten internationalen Gemeinschaft mehr zu tun, um dieses Massaker zu stoppen", betonte das Staatsoberhaupt. Das tragische Ende Tausender Menschen im Mittelmeer sei für Europa eine "offene Wunde".

Der Internationalen Organisation für Migration zufolge ist die Zahl der Toten im Mittelmeer seit Jahresbeginn auf über 1.750 gestiegen. Im Vorjahreszeitraum habe es 56 Opfer gegeben, die Zahl liege also 2015 schon mehr als 30 Mal höher.