Erstellt am 11. April 2014, 10:34

Italien: Wieder 1.100 Migranten. Die Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien nimmt kein Ende. In der Nacht auf Freitag wurden circa 1.100 Migranten vor Sizilien von Schiffen der italienischen Marine in Sicherheit gebracht.

Die Flüchtlinge befanden sich an Bord von sechs Schiffen, teilte die Marine mit. Die meisten Flüchtlinge, darunter mehrere Kinder, stammen aus Syrien.

Italienische Behörden rechnen nicht mit Ende der Welle

Seit Wochenbeginn haben rund 5.000 Migranten die Küsten Süditaliens erreicht. Die italienischen Behörden rechnen mit weiteren Massenankünften in den kommenden Tagen. "Innenminister Angelino Alfano hat kürzlich berichtet, dass 700.000 Flüchtlinge in libyschen Lagern auf die Abfahrt nach Europa warten. Es ist logisch, dass wir uns weiterhin auf Massenankünfte vorbereiten müssen", sagte der Chef der italienischen Marine Giuseppe De Giorgi am Donnerstag.

Der 61-jährige Neapolitaner koordiniert eine Flotte aus vier Schiffen, die täglich das Mittelmeer zur Rettung der Flüchtlinge patrouillieren. 920 Militärs beteiligen sich an der Mission. Die Resultate sind beachtenswert: 18.546 Migranten sind seit Beginn des Einsatzes am 18. Oktober gerettet worden.

Im gesamten Jahr 2013 trafen 42.925 Flüchtlinge in Italien ein, das sind 224 Prozent mehr als im Jahr davor. Seit Oktober musste die Marine 117 Mal ausrücken, um Migranten in Seenot in Sicherheit zu bringen.

"EU sollte sich um Massenphänomen Mittelmeer-Migration kümmern"

Die Mission "Mare Nostrum" hatte im Oktober nach zwei Schiffsunglücken vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten begonnen. Der Einsatz kostet dem italienischen Staat neun Millionen Euro pro Monat.

"Es handelt sich um Finanzierungen aus dem Budget der Marine, für die der Staat nicht zusätzlich aufkommen muss. Das Problem ist, dass wir zusätzliche Finanzierungen für Treibstoff, für die Erneuerung der Flotte und Ersatzteile für die Schiffe brauchen. Die Migration über das Mittelmeer ist ein Massenphänomen, um das sich auch die EU kümmern sollte", meinte der Admiral.