Erstellt am 20. Februar 2016, 08:16

Italienischer Schriftsteller Umberto Eco gestorben. Der italienische Schriftsteller Umberto Eco ist tot. Er sei im Alter von 84 Jahren gestorben, berichteten italienische Medien in der Nacht auf Samstag unter Berufung auf die Familie. Der Philosoph und Autor wurde gleich mit seinem ersten Roman "Der Name der Rose" von 1980 weltberühmt.

 |  NOEN, APA (AFP)

Eco sei am Freitagabend bei sich zuhause gestorben, berichtete die Zeitung "La Repubblica" auf ihrer Website unter Berufung auf die Angehörigen des Schriftstellers. Eco war vor langer Zeit an Krebs erkrankt.

Der Italiener galt als einer der großen Intellektuellen der Zeitgeschichte: er war unter anderem als Journalist, Lektor, Herausgeber und Universitätsprofessor tätig. Seine "Einführung in die Semiotik" gilt bis heute als internationales Standardwerk.

Der literarische Durchbruch gelang ihm mit seinem Erstlingsroman "Der Name der Rose", der von Jean-Jacques Annaud verfilmt wurde. Nach "Der Name der Rose" feierte er mit weiteren Romanen internationale Erfolge: "Das Foucaultsche Pendel" (1988), "Die Insel des vorigen Tages" (1994) und "Baudolino" (2000) wurden internationale Bestseller. 2011 erschien die deutsche Ausgabe seines Romans "Der Friedhof in Prag".

Eco wurde am 5. Jänner 1932 als Sohn eines Buchhalters im norditalienischen Alessandria geboren. Mit seiner deutschen Frau Renate Ramge hatte Eco eine Tochter und einen Sohn.

Als "außerordentliches Beispiel eines europäischen Intellektuellen" bezeichnete Italiens Premier Matteo Renzi Eco in einer Mitteilung, in der er den Angehörigen am Samstag sein Beileid aussprach. Eco habe ein einmaliges Verständnis für die Vergangenheit mit einem unerschöpflichen Gespür für die Zukunft verbunden, schrieb Renzi. Der Premier hatte den Autor zuletzt zusammen mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande bei der Expo getroffen und mit ihm über Themen der europäischen Identität, der wissenschaftlichen Innovation und des Kampfes gegen die Intoleranz diskutiert.

"Ecos Tod ist ein riesiger Verlust für die Kultur. Es werden uns seine Schriftstellerei sowie seine Menschlichkeit fehlen", so Renzi. Auch Ex-Kulturministerin Giovanna Melandri kondolierte der Familie. "Eco war ein großartiger Intellektueller und Schriftsteller, eine außerordentliche Person, die uns sehr fehlen wird", so Melandri.