Erstellt am 09. März 2015, 11:38

von Stefan Obernberger

„Wer hat meinen Luigi am Gewissen?“. Tierbesitzer aufgepasst! Pensionist trauert um Jagdterrier, nachdem dieser Giftköder zum Opfer gefallen sein dürfte. Polizei ermittelt.

Luigi  |  NOEN, privat
Zu dem tragischen Vorfall kam es am Freitag, kurz vor 15 Uhr beim Kienersee im Ortsgebiet von Velm, berichtet die Exekutive gegenüber der NÖN.

Wie der Hundebesitzer später bei der Polizei angab, passierte alles, als er gerade mit seinen zwei Hunden, darunter der 2-jährige Rüde „Luigi“, am Kienersee spazieren war. „Plötzlich kippte er einfach regungslos um und hatte Schaum um das Maul“, so der 63-jährige Himberger in der Einvernahme.

x  |  NOEN, privat

Tier wird obduziert

Obwohl der Pensionist und Tierliebhaber umgehend den Hund zur Tierärztin gebracht hatte, kam jede Hilfe zu spät. Die Veterinärmedizinerin konnte nur noch den Tod feststellen. Aufgrund der Symptome deutet laut zuständiger Ermittlerin alles auf eine Vergiftung hin, weshalb das Tier obduziert werde. Damit erhofft man sich, die genaueren Umstände klären zu können.

Dr. Sylvia Marth-Friedl aus Leithaprodersdorf ist jene Tierärztin, die versucht hatte, das Leben des zweijährigen Hundes zu retten. Im NÖN-Gespräch schildert sie, dass mit einem aufschlussreichen Ergebnis der Obduktion frühestens in zehn Tagen zu rechnen sei. Grundsätzlich hält sie fest: „Das Problem bei derartigen Intoxikationen ist, dass wir kein promptes Gegengift für derart fulminante Vergiftungen haben. Denn bis wir mittels Untersuchungen wissen, um welche Substanz es sich eigentlich handelt, ist es oft, wie in diesem Fall, leider zu spät.“

Ähnlicher Fall im Burgenland

Weiters berichtet sie von einem ähnlichen Fall vor knapp einer Woche. „Tierbesitzer aus Hornstein (Anm.: Bez. Eisenstadt-Umgebung, Burgenland) kamen mit einem vier Monate alten Vierbeiner mit akuten Vergiftungserscheinungen zu uns in die Praxis. Auch in diesem Fall verstarb das Tier an den Folgen. Es hatte Blut erbrochen.“ 

Das toxikologische Gutachten steht hierbei ebenfalls noch aus.

Hinweisschilder werden angebracht

Vonseiten der Polizeiinspektion Himberg heißt es: „Wir verständigten umgehend den Verwalter und Eigentümer des Kienersees, sowie die Marktgemeinde, die uns zusicherten, bereits nächste Woche Hinweisschilder anzubringen.“ Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. „Bis wir dem oder den Tätern auf den Fersen sind, ist für alle Hundebesitzer Vorsicht geboten“, warnt die Polizei.

Der Pensionist aus Himberg fragt sich nun: „Warum nur? Wer hat meinen Hund am Gewissen?“ Für ein Interview stand der Hundebesitzer übrigens nicht zur Verfügung, er befindet sich aktuell in einem Spital in stationärer Behandlung.