Erstellt am 26. März 2016, 19:59

Janko zog durch 26. Teamtor mit Herzog und Sindelar gleich. Mit seinem Tor beim Testspiel gegen Albanien hat ÖFB-Teamstürmer Marc Janko am Samstag in Wien mit zwei österreichischen Fußball-Größen gleichgezogen.

Marc Janko  |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ist am Samstag mit einem 2:1-(2:0)-Sieg über Albanien ins EURO-Jahr gestartet. Die Treffer für die ÖFB-Elf vor 28.600 Zuschauern im Wiener Happel-Stadion erzielten Marc Janko in der 6. und Martin Harnik in der 13. Minute. Ermir Lenjani gelang in der 47. Minute das Anschlusstor für die Gäste.

Bereits am Dienstag steigt wieder im Prater gegen die Türkei das nächste Testspiel gegen die Türkei. Gegen Albanien offenbarten die Hausherren in der zweiten Hälfte einige Schwächen, kamen aber vor allem dank einer starken Anfangsphase zum Erfolg.

Bereits in der 2. Minute prüfte Janko nach Freistoß von David Alaba Gäste-Goalie Etrit Berisha. Wenige Sekunden später setzte der Basel-Goalgetter einen abgerissenen Schuss von Alaba deutlich neben das Tor.

26. Treffer im 51. Länderspiel

In der 6. Minute aber schlug Janko zu: Nach einer schnellen Kombination über Julian Baumgartlinger und Zlatko Junuzovic setzte sich der 32-Jährige mit etwas Glück gegen Ansi Agolli durch und schupfte den Ball mit dem Außenrist lässig an Berisha vorbei zum 1:0 in die Maschen.

Für Janko war es im 51. Länderspiel der 26. Treffer, womit er mit den ÖFB-Allzeitgrößen Matthias Sindelar und Andreas Herzog gleichzog. Drei Minuten später hätte die "Strafraumkobra" ihr Konto beinahe erhöht, scheiterte jedoch per Kopf an Berisha.

In der 13. Minute musste der albanische Schlussmann aber wieder den Ball aus dem Netz fischen. Nach einem weiten Abschlag von ÖFB-Goalie Robert Almer vergaß die albanische Abwehr auf Harnik, der allein aufs Tor zog und trocken einschoss.

Probleme nach Seitenwechsel

In der Folge ließen es die Österreicher, die zunächst in der gewohnten EM-Quali-Formation antraten, etwas ruhiger angehen, kontrollierten jedoch weiterhin die Partie. In der 17. Minute brachte Junuzovic eine scharfe Hereingabe von Marko Arnautovic nicht aufs Tor, in der 40. Minute forderte der Werder-Legionär nach einem Zweikampf mit Lorik Cana im Strafraum vergeblich einen Elfmeter.

Vom EM-Starter Albanien, der von gut 10.000 Fans lautstark angefeuert wurde, war in der ersten Hälfte in der Offensive relativ wenig zu sehen. Am gefährlichsten wurde es noch bei einem knapp am ÖFB-Gehäuse vorbeifliegenden Weitschuss von Lenjani.

Dieses Bild sollte sich bald nach der Pause ändern. In der 47. Minute war die Elf von Teamchef Marcel Koller mit den Gedanken offenbar noch in der Kabine, Lenjani zog in den Strafraum und erzielte mit einem Schuss ins kurze Kreuzeck den Anschlusstreffer.

Plötzlich kamen die Österreicher ins Wanken, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der 57. Minute traf Junuzovic, von einem Gegenspieler bedrängt, nach Arnautovic-Vorlage aus kurzer Distanz nicht das leere Tor, wenig später misslang Cana ein Kopfball aus aussichtsreicher Position.

Vorsprung über Zeit gebracht

Die Gastgeber ließen in dieser Phase die gewohnte Kompaktheit vermissen und leisteten sich ungewöhnlich viele leichte Ballverluste. Auch als Ergys Kace nach harten Attacken gegen Junuzovic und Aleksandar Dragovic mit Gelb-Rot vom Platz musste (77.), bekamen die Gastgeber die Partie nicht wirklich unter Kontrolle, brachten den Vorsprung aber über die Zeit. Der eingewechselte Guido Burgstaller vergab im Finish noch die Chance auf das 3:1.

Dennoch gelang der ÖFB-Auswahl, bei der Alessandro Schöpf in der 87. Minute sein Debüt feierte, der erste Testspiel-Sieg nach drei vergeblichen Versuchen seit dem 2:1 in Tschechien im Juni 2014. Außerdem haben Alaba und Co. in den vergangenen 21 Länderspielen immer zumindest ein Tor geschossen.

Die besten Torschützen in der Geschichte der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft:

1. 44 Tore: Toni Polster (95 Länderspiele/1982 - 2000)
2. 34: Hans Krankl (69/1973 - 1985)
3. 29: Johann Horvath (46/1924 - 1934)
4. 28: Erich Hof (37/1957 - 1968)
5. 27: Toni Schall (28/1927 - 1934)
6. 26: Mathias Sindelar (43/1926 - 1937)
  . 26: Marc Janko (51/seit 2006)
  . 26: Andreas Herzog (103/1988 - 2003)
9. 24: Karl Zischek (40/1931 - 1945)
10. 23: Walter Schachner (64/1976 - 1994)

Stimmen zum Spiel:

Marc Janko (Österreich-Torschütze zum 1:0): "Wir wollten sie von Anfang an unter Druck setzen, das haben wir auch geschafft. Die erste Hälfte war in Ordnung, in der zweiten haben wir sie zu viel ins Spiel kommen lassen. Wir waren zu passiv, deswegen sind sie besser ins Spiel gekommen. Am Ende des Tages zählt der Sieg gegen einen EM-Teilnehmer. Es war ein guter Test, nicht mehr und nicht weniger. Bei Freundschaftsspielen bin ich immer ein bisschen zwiegespalten, wie man das bewerten soll. Leider kann man davon nicht wahnsinnig viel mitnehmen, aber es ist immer schön, wenn man gewinnt."

Christian Fuchs (Österreich-Kapitän): "Ich denke, Albanien hat es beim Tor richtig gut gemacht. Wir waren da immer einen Schritt zu langsam. An und für sich haben wir ein gutes Spiel gemacht, haben klar mehr Ballbesitz gehabt und waren die bessere Mannschaft. Deswegen war der Sieg in Ordnung. In der ersten Hälfte haben wir noch mehr Chancen gehabt, vielleicht hätten wir bei der Torausbeute noch das eine oder andere Tor machen müssen. Es war meiner Meinung nach ein guter Test. Ein Freundschaftsspiel hat nicht unbedingt den Charakter, als wenn es um Punkte geht."

David Alaba (Österreich-Mittelfeldspieler): "Ich denke, dass die erste Hälfte sehr, sehr positiv war. Wir haben genau das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. In der zweiten Hälfte sind wir nicht so aus der Kabine gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben, sind irgendwie auch überrascht worden durch das Pressing. Dann haben die Kräfte etwas nachgelassen, ein bisschen war die Luft draußen. Im Großen und Ganzen war es okay. Wir wollten das Spiel gewinnen, das haben wir, und auch verdient. Es war eine lange Woche für uns."

Marcel Koller (Österreich-Teamchef): "In der ersten Hälfte haben wir nicht viel zugelassen, kriegen dann gleich nach der Pause den Anschlusstreffer, dann hat der Gegner Mumm gekriegt. Dann hätten wir mehr spielen müssen, das haben wir in der zweiten Hälfte nicht so gut gemacht wie in der ersten. Wir hatten aber auch noch Möglichkeiten vorne. Es war nicht alles glänzend, aber es gibt auch solche Spiele. Lieber jetzt als bei der EURO. Das soll uns eine Lehre sein, dass man das nicht so aus der Hand gibt. So viel Torgefahr haben sie aber auch nicht ausgestrahlt."