Erstellt am 30. März 2015, 18:33

von APA/Red

Mindestens 45 Tote bei Angriff auf Flüchtlingslager. Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingscamp im Jemen sind am Montag mindestens 45 Menschen getötet worden. 65 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das Camp al-Masrak verletzt worden, teilte die Internationalen Organisation für Migration mit.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch nicht klar. Eine arabische Militärkoalition fliegt derzeit aber Angriffe gegen die Houthi-Miliz.

75 Helfer der IOM im Einsatz

75 Helfer der IOM seien im Einsatz, um den Opfern zu helfen, sagte IOM-Sprecher Joel Millman. Augenzeugen zufolge kamen Rettungswagen wegen Luftangriffen auf die zu dem Lager führende Straße nur langsam voran. Es handelte sich um die höchste Zahl getöteter Zivilisten seit dem Beginn der Luftangriffe am Donnerstag.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) bestätigte den Angriff. Nach Angaben des MSF-Chefs für Nahost, Pablo Marco, wurden 15 Leichen und 30 Verletzte in das Krankenhaus im benachbarten Haradh gebracht. In den vergangenen Tagen seien rund 500 Familien in dem Lager al-Masrak neu aufgenommen worden. Das Flüchtlingscamp, das es seit 2009 gibt, liegt etwa zehn Kilometer von einem Militärstützpunkt entfernt.

Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten hatten am vergangenen Donnerstag militärisch im Jemen eingegriffen und mit Luftangriffen gegen mutmaßliche Stellungen der vorrückenden Houthi-Miliz begonnen. Nach Angaben von Einwohnern sind sowohl Sanaa als auch Orte östlich der Hauptstadt sowie im Westen des Landes betroffen.

Angriffe auf Sanaa sollen ganze Nacht angehalten haben

Die Militärkoalition setzte ihre Luftangriffe auf Stellungen der Houthi-Miliz in der Nacht und am Montag fort. Die Angriffe auf Sanaa sollen die ganze Nacht über angehalten haben, auch am Nachmittag erschütterten Explosionen den Norden der Hauptstadt. Ziele waren unter anderem Stellungen abtrünniger Soldaten der Republikanischen Garde.

Die schiitischen Houthi-Rebellen hatten im September Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und rückten dann weiter nach Süden vor. Saudi-Arabiens sunnitisches Königshaus unterstützt den außer Landes geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi und wirft dem Iran sowie Hadis Vorgänger Ali Abdallah Saleh vor, die schiitischen Rebellen zu unterstützen.

Bei einem Angriff auf die Stadt Daleh im Süden des Jemen wurden acht Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder. Dutzende weitere Menschen wurden nach Angaben eines Behördenvertreters verletzt, als mit der Houthi-Miliz und Saleh verbündete Truppen die Stadt mit Artillerie und aus Panzern beschossen habe.

Ahmed Ali Saleh von Botschafterposten abberufen

Der Sohn Salehs wurde unterdessen von seinem Botschafterposten in den Vereinigten Arabischen Emiraten abberufen. Wie am Montag aus Diplomatenkreisen in Abu Dhabi verlautete, wurde Ahmed Ali Saleh "auf Wunsch" der Emirate durch den nach Saudi-Arabien geflohenen jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi abgesetzt. In Hadis Umfeld wurde die Personalie bestätigt. Das entsprechende Dekret sei aber noch nicht veröffentlicht worden.

Salehs Sohn Ahmed war nach dem Sturz seines Vaters 2012 als Botschafter in die Emirate entsandt worden. Nach Angaben von Diplomaten wurde er aber nie in Abu Dhabi gesehen. Zuvor war er jahrelang Befehlshaber der Republikanischen Garde, deren Soldaten seinem Vater immer noch die Treue halten.