Erstellt am 24. Mai 2014, 15:37

von APA/Red

Jürgen Melzer macht Dutzend voll. Auch wenn er 2010 mit dem Semifinale hier den bisher größten Erfolg gefeiert hat - der insgesamt zwölfte Auftritt des Niederösterreichers Jürgen Melzer bei den French Open in Paris hat für ihn eine besondere Bedeutung.

Immerhin hat er die längste Pause seiner Karriere hinter sich und ist wieder richtig heiß auf Wettkampf-Tennis. Und Melzer ist - abgesehen vom Viertelfinal-Ausrutscher in Düsseldorf - in guter Form.

Seit dem Comeback nach über sechs Monaten Verletzungspause hat Melzer vor Paris sogar seine beste Sand-Saison seit Jahren abgeliefert. Nicht weniger als 186 Tage hatte der frühere Weltranglisten-Achte wegen einer Schulterverletzung kein Wettkampf-Tennis gespielt, ehe er in Monte Carlo endlich auf die Tour zurückkehrte.

Und nun bilanziert Melzer immerhin mit 7:6-Siegen vor Paris. 2012 schaffte er bei vier Turnieren nur zwei Runden-Erfolge, im Vorjahr drei bei acht Events. In den vergangenen beiden Jahren sind da jeweils auch Erstrunden-Niederlagen in Roland Garros eingerechnet. Diesmal sollte Melzer zumindest die erste Hürde mit David Goffin, gegen den er beide bisherige Partien jeweils in zwei Sätzen gewonnen hat, aber nehmen können.

"Schön, dass ich wieder in die Ecken rutschen kann"

"Ich glaube, ich komme gut vorbereitet. Natürlich hat man gewisse Ziele und wenn man ein Grand-Slam-Turnier spielt, dann will man in die zweite Woche. Mit Tsonga steht natürlich ein Brocken im Weg", meinte Melzer. Zunächst gelte es aber Goffin zu bezwingen, dann kann er sich mit dem möglichen Zweitrunden-Gegner Jo-Wilfried Tsonga (FRA) beschäftigen.

Doch in erster Linie freut sich der Deutsch Wagramer über seine wieder erlangte Gesundheit. "Für mich ist es schön, dass ich mich wieder normal bewegen kann und ich in die Ecken rutschen kann." Er könne sich wieder auf das Wesentliche, seine Schläge, konzentrieren.

Und der Anschluss an die Weltklasse ist ihm wieder gelungen. "Ich habe in den letzten Wochen wieder eine ganz gute Form zusammengebracht und ich muss mich nicht verstecken." Der "schwarze Tag" vom Viertelfinale in Düsseldorf ist vergessen. "Ich habe einfach fürchterlich gespielt, es gibt leider solche Tage. Das ist schade, aber im Großen und Ganzen muss ich sehr zufrieden sein, was ich seit dem Comeback da auf dem Platz abgeliefert habe."

Ziel Top 20 für Melzer bis 2015 machbar

Und das gibt freilich auch Mut im Hinblick auf sein hohes Ziel, vielleicht noch einmal die Top 20 zu knacken. "Dass es heuer wahrscheinlich eng werden wird, ist klar. Aber das Ziel, nächstes Jahr vielleicht dort wieder hinzukommen, ist da. Ich reise nicht um die Welt, damit ich (nur) mitspiele." Für Melzer hängt freilich viel von der weiteren körperlichen Entwicklung ab, ein Faktor, den man mit 33 Jahren nicht außer Acht lassen darf.

Der Aufstieg von Dominic Thiem freut ihn. "Er spielt sich jetzt dorthin, wo er hingehört und zeigt jetzt die Leistungen, die alle von ihm erwartet haben. Die Saison, die er spielt, ist beeindruckend", sagte Melzer und spricht die vielen gelungenen Qualifikationen bei großen Turnieren an. "Er gehört dorthin, wo er steht, mit Sicherheit noch weiter nach vor." Das von den Medien hochstilisierte Duell um die österreichische Nummer eins belächelt Melzer ebenso wie auch Thiem. Für beide bedeutet dies, zumindest nach außen hin, gar nichts.

Ob es das Mixed Melzer/Melzer mit seiner ebenfalls wieder auf die Tour zurückgekehrten Frau Iveta geben wird, weiß der Niederösterreicher übrigens noch nicht. Sollte er sein "protected ranking" nur für ein Mixed heranziehen können, ohne die Anzahl der Einzelstarts zu reduzieren, möchte er antreten. "Da muss ich noch das Regulativ checken." Doppel spielt Melzer mit Feliciano Lopez.