Erstellt am 07. Mai 2014, 12:29

Jugendliche optimistisch für eigene Zukunft. Jugendliche blicken zwar optimistisch auf die eigene Zukunft, sind aber kritisch gegenüber der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung - das ist laut Jugendministerin Karmasin die Kernaussage einer Auswertung des Jugendmonitors.

Verstärkt annehmen will sich die Ministerin etwa den Themen Mobbing und Gründergeist, wie sie am Mittwoch erklärte.

Karmasin präsentierte eine Zeitreihenanalyse von 20 Befragungswellen des Jugendmonitors aus den Jahren 2010 bis 2013, bei denen je 800 Jugendliche zwischen 14 und 24 befragt wurden. Der Großteil (81 Prozent) blickt demnach sehr oder eher zuversichtlich in die Zukunft.

Aber nicht alles wird rosig gesehen, so orten die Jugendlichen in den Bereichen Arbeitsplätze, Sozialleistungen und Pensionen eine kritische Entwicklung im System. 65 Prozent gehen beispielsweise davon aus, dass ihre staatliche Pension einmal nicht reichen wird - dementsprechend wünschen sich fast drei Viertel "grundsätzliche Reformen".

In Sachen Beruf ist für die Jungen Spaß und Interesse wichtiger als ein hohes Einkommen, gleichzeitig wollen 74 Prozent lieber angestellt arbeiten statt selbstständig zu sein, erläuterte Karmasin. Hier will die Ministerin Maßnahmen setzen, damit sich die Jugendlichen mit dem Thema Selbstständigkeit auseinandersetzen, denn Österreich brauche Gründer.

Um den Unternehmergeist zu stärken, stehen deshalb ab Herbst rund 100.000 Euro für "Mikroförderungen" zur Verfügung, kündigte Karmasin an: Dabei können sich Jugendliche bis zu 500 Euro für Aktivitäten etwa in der Gemeinde oder der Schule abholen und bekommen auch "kompetente Ansprechpersonen" für die Planung zur Seite gestellt.

Hervorgehoben wurde von Karmasin auch, dass Familie ein zentrales Thema für die Jugend sei - 67 Prozent sehen dieses Thema als "sehr wichtig" an. 87 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Männer genauso verantwortlich für die Kindererziehung sind wie Frauen. Einen "Auftrag" im Rahmen der für Herbst angekündigten Diskussion um eine Reform des Kindergeldsystems sieht die Ministerin in der Ansage, dass 65 Prozent es gut finden, wenn beide Elternteile abwechselnd einen Teil der Zeit in Karenz gehen und zuhause bleiben.

Sorgen bereitet Karmasin, dass 28 Prozent der Befragten schon einmal offline oder online mit dem Thema Mobbing zu tun gehabt haben - "darüber müssen wir uns Gedanken machen". Man plane, Maßnahmen wie Beratung und Workshops zu verstärken. Vermehrt einbinden will Karmasin auch die Eltern, denn die wüssten über das Thema noch relativ wenig Bescheid.

Kurz vor der EU-Wahl auch nicht irrelevant ist, dass das Interesse der Jugendlichen an klassischer Parteipolitik laut Jugendmonitor "relativ bescheiden" ist, wie es Karmasin ausdrückte: Zwei Drittel (62 Prozent) sind "eher nicht" oder "gar nicht" interessiert an Politik. Aber: Acht von zehn Befragten ist es wichtig, mitbestimmen zu können.