Erstellt am 07. Mai 2014, 22:25

Juncker bei "Friedensfest" der ÖVP NÖ. Laxenburg / Das traditionelle Sommernachtsfest der ÖVP Niederösterreich in Laxenburg ist heuer als "Friedensfest" am Mittwochabend - bei kaltem Regenwetter - über die Bühne gegangen.

 |  NOEN, ROBERT JAEGER (APA)
 In der Reihe der internationalen Gäste wurde heuer der ehemalige luxemburgische Premier Jean Claude Juncker, EVP-Spitzenkandidat zur EU-Parlamentswahl am 25. Mai, begrüßt und heftig akklamiert.

Das bevorstehende Votum war dann auch zentrales Thema. "Wir machen in Europa vieles falsch, aber das Große, das Kontinentale, haben wir richtig gemacht", sprach Juncker von den Anstrengungen, Europa zu einem Ort des Friedens zu machen. Das Thema Frieden sei auch die Zukunftsperspektive, die jungen Menschen vermittelt werden müsse. Die Grenzen seien gefallen, ohne Euro gäbe es "Währungskriege". Es gelte, Europa zu einem starken Verbund zu machen.

"Wir wollen, dass Juncker der nächste Kommissionspräsident wird", sagte ÖVP-Chef Vizekanzler Michael Spindelegger. Auch Österreichs ÖVP-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Othmar Karas, gab sich kämpferisch: "Wir wollen die Wahl gewinnen" - nicht als Selbstzweck, sondern Auftrag, um Europa besser und stärker zu machen. Die EU müsse die Antwort auf die Globalisierung werden. Die größte Wunde der EU sei die Jugendarbeitslosigkeit. "Arbeit ist die wichtigste Sozialpolitik", so Karas. EU-Kommissar Johannes Hahn verwies u.a. auf die Verdoppelung der EU-Wirtschaftsförderungen, von denen alle Regionen profitieren würden.

Pröll: "Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit"

Gastgeber Landeshauptmann Erwin Pröll erinnerte daran, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit seien. Am Heiligen Abend 1946 geboren gehöre er der ersten Generation an, die in Österreich keinen Krieg erleben musste. Wie brüchig der Frieden ist, zeige die Ukraine-Krise - die Grenze sei 570 Kilometer von Laxenburg entfernt, bis Dornbirn seien es 640 Kilometer.

Viel Applaus gab es dann im - mit einem riesigen Zelt vor Wetterunbill abgeschirmten - Garten des Schlosses für Alois Mock. Der frühere Außenminister feiert in einem Monat seinen 80. Geburtstag. Ohne ihn "wären wir heute nicht da, wo wir sind", spielte Spindelegger zuvor auf Mocks Einsatz für den EU-Beitritt Österreichs an, während Bilder vom Durchschneiden des Stacheldrahtes gezeigt wurden, als 1989 der Eiserne Vorhang fiel.

Unter den Gästen waren auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Außenminister Sebastian Kurz, während sich Juncker Richtung Flughafen verabschiedete - mit der "Empfehlung", das morgige TV-Duell "Schulz (EU-Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Anm.) gegen Juncker" anzusehen.