Erstellt am 28. Oktober 2015, 14:34

von APA/Red

Kärntner erschoss Nebenbuhler: Mann bekannte sich schuldig. Unter großem öffentlichen Interesse hat am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt der Mordprozess gegen einen 51-jährigen Kärntner begonnen.

Der Täter versteckte sich viele Stunden lang im Wald  |  NOEN, APA (Webpic)

Der Mann bekannte sich schuldig, vor einem Jahr einen 53-jährigen vermeintlichen Nebenbuhler erschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "einfachen, aber schrecklichen" Verbrechen, die Verteidigung kündigte an, Milderungsgründe anzuführen.

Zu der Bluttat war es am Allerseelentag des vergangenen Jahres gekommen. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte die Tatwaffe, eine von mehreren Pistolen, die er besaß, mit zwei Magazinen zu einem Parkplatz im Norden von Klagenfurt mitgenommen. "Eine Stunde hat er dann gewartet, bis seine ehemalige Lebensgefährtin mit dem späteren Opfer, ihrer Internetbekanntschaft, aufgetaucht ist", sagte Staatsanwältin Gabriele Lutschounig.

Der Angeklagte habe das Auto seines vermeintlichen Nebenbuhlers angehalten, die Waffe auf den Mann, der am Steuer saß, gerichtet und ihm aus der Nähe - in einem Gutachten ist die Rede von einer Distanz von weniger als 50 Zentimetern - drei Mal in den Kopf geschossen, erzählte die Staatsanwältin.

Danach sei er geflüchtet und habe sich 40 Stunden lang in einem Wald in der Nähe seines Heimatortes versteckt. Als er von der Polizei entdeckt wurde, ließ er sich widerstandlos festnehmen. Die einzige Augenzeugin, die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten, hat von ihrem Recht auf Aussagebefreiung Gebrauch gemacht, weshalb die Staatsanwaltschaft zahlreiche Zeugen geladen hat.

Verteidiger Michael Sommer richtete sich mit einer Bitte an das Geschworenengericht unter dem Vorsitz von Richter Gerhard Pöllinger: "Achten Sie auf die Gründe und die Umstände, die für den Angeklagten sprechen." Die Geschworenen hätten die Möglichkeit, den Angeklagten kennenzulernen, zu sehen, was er für ein Mensch sei und wie leid ihm die Tat tue. Der Verteidiger kündigte an, im Verlauf des Prozesses zahlreiche Milderungsgründe anzuführen.