Erstellt am 12. Januar 2015, 12:04

von APA/Red

Frankreich mobilisiert 10.000 Soldaten. Zur Stärkung der inneren Sicherheit gegen Terroranschläge mobilisiert Frankreich 10.000 Soldaten.

Sie sollen nach den Worten von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian "an sensiblen Punkten des Landes" eingesetzt werden. Zuvor hatte Premierminister Manuel Valls angekündigt, wegen der unveränderten Sicherheitslage bleibe die höchste Terrorwarnstufe in Kraft.

Präsident Francois Hollande, in Frankreich oberster Befehlshaber der Streitkräfte, habe die Militärs mit Blick auf das Ausmaß der Bedrohung zur Beteiligung an der Sicherung aufgefordert, sagte Le Drian am Montag nach einer Sitzung des für innere Sicherheit zuständigen Kabinettsteils mit dem Staatschef. Nach Le Drians Angaben ist es das erste Mal, dass die Streitkräfte im Inneren so zum Einsatz kommen.

Höchste Terrorwarnstufe im Großraum Paris

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte zuvor angekündigt, dass 4.700 Polizisten und Gendarmen für den Schutz der 717 jüdischen Einrichtungen des Landes wie Schulen und Synagogen abgeordnet würden. Bereits jetzt sind landesweit tausende Polizisten, Gendarmen und Soldaten im Einsatz. Im Großraum Paris herrscht die höchste Terrorwarnstufe.

Valls kündigte weitere neue Schritte im Kampf gegen den Terrorismus an. Es gebe "ohne Zweifel einen Komplizen", sagte Valls am Montag dem französischen Sender BFMTV. "Die Jagd geht weiter". Zunächst sollten Möglichkeiten für Abhörmaßnahmen verbessert werden. Islamistische Häftlinge sollten in den Gefängnissen isoliert werden. Zwei der Terroristen, die in der vergangenen Woche bei Anschlägen und Geiselnahmen 17 Menschen getötet hatten, waren in ihrer Haftzeit in Kontakt.

Die Demonstration in Paris am Sonntag mit bis zu 1,5 Millionen Teilnehmern war die größte Versammlung der Nachkriegszeit in Frankreich. Dutzende Staats- und Regierungschefs waren dazu in die französische Hauptstadt gekommen. Bei mehreren islamistischen Terroranschlägen, Morden und Geiselnahmen waren seit Mittwoch im Land 17 unschuldige Menschen getötet worden.