Erstellt am 20. Mai 2016, 15:30

Kandidaten beenden Wahlkampf in Wien. Die Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten beenden heute endgültig ihren Wahlkampf.

 |  NOEN, APA

Den von der FPÖ ins Rennen geschickten Norbert Hofer zieht es in blaues Kerngebiet, den Viktor Adler-Markt in Wien-Favoriten. Alexander Van der Bellen beendet den Wahlkampf im Votivpark, ebenfalls in der Bundeshauptstadt.

Hofer, Wiens FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus und Parteiobmann Heinz-Christian Strache werden ab 17.30 Uhr am Viktor Adler-Markt Hof halten. Musikalische Konstante bleibt die John Otti Band. Eine Stunde zuvor, um 16.30, will Van der Bellen ein letztes Mal Wähler gewinnen. Im Votivpark, genau zwischen der Universität und der Votivkirche, findet sein Wahlkampffinale statt.

Van der Bellen zeigte sich am Freitag zuversichtlich, die Stichwahl am Sonntag für sich entscheiden zu können. Der Schwung der vergangenen Wochen gebe ihm das Gefühl, dass er "knapp aber doch" vorne liegen werde, sagte er in seiner Wahlkampfabschluss-Pressekonferenz.

Van der Bellen: "Wie machen wir die Amstübergabe?"

Flankiert von jungen Unterstützern in Fan-T-Shirts ließ der ehemaligen Grünen-Chef im Presseclub Concordia die vergangenen Monate Revue passieren. Fünf Monate lang habe der Wahlkampf gedauert, und angesichts der wachsenden Unterstützung, die er in der Bevölkerung, aber auch aus vielen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Kultur erfahren habe, gehe er optimistisch in den Wahlsonntag.

"Ich hoffe sehr, ab Montag Heinz Fischer anrufen zu können und ihn zu fragen - ich kenne ihn ja seit sicher 40 Jahren, wenn nicht länger: Lieber Heinz, wie machen wir die Amtsübergabe? Und ich bin froh, dass ich bis dahin dann noch sechs Wochen Zeit habe", so Van der Bellen in Hinblick auf die jüngsten Strapazen.

Am Sonntag gehe es um eine Richtungsentscheidung, meinte er einmal mehr, und zurecht habe noch keine Bundespräsidentenwahl der Zweiten Republik so viel Interesse hervorgerufen. Ihm gehe es darum, den Zusammenhalt in Österreich zu fördern und Österreich nach außen gut zu repräsentieren.

Mehr Wahlkarten als beim ersten Durchgang

Erneut verwies der 72-Jährige auf die Bedeutung Europas und warnte vor der "blauen Republik". Es handle sich um das wohl größte Friedensprojekt der Geschichte, und er habe "keinerlei Verständnis für Austrittsfantasien", sagte er Richtung FPÖ und seines Gegenkandidaten Norbert Hofer.

Alle Unentschlossenen bat er, zur Wahl zu gehen. Auch wer vielleicht Vorbehalte gegen ihn habe, möge prüfen, "ob Ihre Vorbehalte gegenüber meinem Konkurrenten nicht noch größer sind", so Van der Bellen.

In Wien wurden indes für die Stichwahl der Bundespräsidentenwahl am kommenden Sonntag mehr Wahlkarten ausgestellt als beim ersten Durchgang im April. Laut dem Büro des zuständigen Stadtrats Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) wurden insgesamt 222.238 Karten beantragt, hieß es am Freitag. Am 24. April waren es mit 160.725 deutlich weniger gewesen.