Erstellt am 15. Mai 2014, 12:48

von APA Red

Karas brennt "im Herzen" für Europa. In die Sophiensäle hat am Donnerstag ÖVP-Chef Spindelegger zur traditionellen "Österreich-Rede" geladen.

Diese stand zehn Tage vor der EU-Wahl im Zeichen Europas und daher war als Unterstützer auch Spitzenkandidat Othmar Karas auf der Bühne. Unterbrochen wurde dieser in seiner Rede kurz von der Alarmsirene, woraufhin er erklärte, dass er "im Herzen" brennt.

"Es ist unsere zentrale Verantwortung, Europa besser zu machen", hielt Karas fest und so gelte es etwa die Aufgaben zwischen den Ebenen besser zu koordinieren. Hierfür brauche es ein klares Verständnis darüber, wie sich Europa weiterentwickeln soll und daher trete er für einen Konvent unter Bürgerbeteiligung ein.

Die Wahl zum Europaparlament sei eine "Richtungswahl" zwischen jenen die bereit sind, Europa gemeinsam zu stärken und jenen, die Österreich isolieren wollen.

Feueralarm in den Sofiensälen

Karas wurde nach etwa zehn Minuten von einer Sirene im Saal unterbrochen. Nach kurzer Pause wurde das Problem behoben und er konnte seine Ansprache fortsetzen. Das Publikum blieb währenddessen ruhig und auf die Frage, ob es etwa brennt, meinte der Spitzenkandidat: "Im Herzen." Pikant war der Feueralarm freilich angesichts des Austragungsorts. Denn die Sofiensäle waren 2001 Opfer eines der spektakulärsten Brände in der Bundeshauptstadt geworden.

Karas ließ sich freilich nicht länger von seinem Vortrag abbringen und definierte seine Vorstellung vom sozialen Europa: "Schulden sind das unsozialste überhaupt." In jenen Ländern mit hohen Schulden sei auch die Arbeitslosigkeit am höchsten: Diese hätten "kein Geld, um in die Zukunft zu investieren".

Die Volkspartei hingegen wolle Europa zum Bildungs- und Forschungsstandort Nummer eins machen: "Das macht uns zum Sieger der Globalisierung." Sozialpolitik mit Schulden zu finanzieren sei hingegen "Raubbau an der Zukunft". Der EU-Spitzenkandidat betonte auch die Bedeutung der EU als Friedensprojekt und verwies auf die Ereignisse in der Ukraine oder die Toten vor Lampedusa.

Unter den laut Parteiangaben über 800 Gästen waren etwa der frühere EU-Kommissar Fischler oder der jetzige Johannes Hahn. Gekommen waren auch die ÖVP-Regierungsmitglieder, Abgeordnete und EU-Spitzenkandidaten sowie Parteivorstandsmitglieder und Obleute der Teilorganisationen.

Alle zu offener Diskussion im Herbst eingeladen

Beim Einzug nicht dabei war Familienministerin Karmasin. Sie weilte noch im Bundesrat, wo die Erhöhung der Familienbeihilfe beschlossen wurde und komme nach, versicherte ihr Sprecher gegenüber der APA. Namentlich begrüßt wurde von Generalsekretär Blümel lediglich NÖ Landeshauptmann Pröll. Ihn erwähnte auch Karas als erstes in seiner Begrüßung.

Blümel sprach in seiner Rede über den von ihm geleiteten Weiterentwicklungsprozess der Volkspartei. Zur Lösung vieler Herausforderungen brauche es die ÖVP, aber es werde "nicht ohne Bewegung" gehen, so der Generalsekretär. Im Herbst starte daher eine offene Diskussion, lud er alle zur Beteiligung ein.

Spindelegger zeigte sich überzeugt, dass der erste Platz am 25. Mai gelingen kann: "Wir brauchen eine gestaltende Welle in Europa. Wer kann das anderes sein als die Österreichische Volkspartei." Weiters meinte er: "Mit einem Sieg bei der Europawahl schaut auch für uns die Welt wieder anders aus."