Erstellt am 27. Mai 2014, 17:41

Karas lukrierte die meisten Vorzugsstimmen. Die meisten Vorzugsstimmen lukrierte bei der EU-Wahl - wie bei den meisten Urnengängen - der Spitzenkandidat der ÖVP, Othmar Karas.

 |  NOEN, APA
In allen Parteien ist jeweils der Spitzenkandidat auch bei den Vorzugsstimmen Erster. Und abgesehen von jenem der FPÖ, Harald Vilimsky, schafften alle die Fünf-Prozent-Hürde. Allerdings ohne Auswirkungen, weil sie ja ohnehin auf Listenplatz 1 stehen.

Karas kam heuer auf 82.514 Vorzugsstimmen - was deutlich weniger ist als 2009, wo er fast 113.000 ÖVP-Wähler zu einer Vorzugsstimme bewegte und damit den Listenersten Ernst Strasser überholte. Dies widerfuhr Karas als Spitzenkandidat heuer nicht. Listenzweite Elisabeth Köstinger kam, kräftig unterstützt vom Bauernbund, auf 58.668 - womit sie als einzige Nicht-Spitzenkandidatin ebenfalls die Fünf-Prozent-Hürde (38.095 bei der ÖVP) nahm. Aber sie wird nicht vorgereiht, weil Karas mehr hat. Nicht sehr erfolgreich war der Anti-Strache-Rapper Philip Michalitsch. Er begeisterte mit seinen Video-Darbietungen nur 274 der insgesamt 761.896 ÖVP-Wähler.

In der SPÖ schaffte nur der Spitzenkandidaten Eugen Freund mit 45.847 Nennungen die Fünf-Prozent-Hürde von 34.009. Relativ viele - aber doch weniger als fünf Prozent - bekam auch Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer, nämlich 28.328.

FPÖ-Wähler vergeben meist wenige Vorzugsstimmen - und so war es auch heuer. Harald Vilimsky blieb als einziger Spitzenkandidat mit 20.781 Nennungen unter den nötigen 27.842. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der "solidarisch" am letzten Listenplatz stand, kommt mit 8.938 Nennungen nicht in die Verlegenheit, auf ein EU-Mandat verzichten zu müssen.

Bei den Grünen nahm Ulrike Lunacek als einzige mit 35.945 die jetzt - mit dem guten Wahlergebnis - rechte hohe Hürde von 20.505. Gleich nach ihr kommt zwar Madeleine Petrovic mit 11.150, aber das war zu wenig für die Vorreihung. Dass sie deutlich mehr hatte als Michel Reimon (7.297) ist wohl kein großer Trost - denn Reimon ist als Listenzweiter fix im EU-Parlament.

Die NEOS machen zwar parteiinterne Vorwahlen für ihre Kandidatenlisten. Ihre Wähler halten sich bei den Vorzugsstimmen aber dann recht brav an die Liste. Spitzenkandidatin Angelika Mlinar schnitt mit Abstand am besten ab - und kam mit 12.489 auch über die Fünfer-Hürde (11.490). Dahinter folgen, wie am Wahlvorschlag auch, Stefan Windberger, Anton Fink und Wieland Alge. Diese allerdings mit bei weitem nicht genug Vorzugsstimmen für eine Vorreihung, sodass Mlinar das eine NEOS-Mandat bekommt.