Erstellt am 12. Juni 2015, 11:29

von APA Red

Karate-Duo peilt zweimal Gold an. Am ersten Wettkampf-Wochenende der Europaspiele in Baku sind österreichische Sportler an mehreren Fronten im Einsatz. Im Triathlon geht es neben Medaillen auch um Olympia-Quotenplätze.

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Entscheidungen stehen auch im Karate, Mountainbike und Ringen an. Im Tischtennis, Kanu und Turnen sind ÖOC-Aktive in Vorkämpfen engagiert.

Moser als "Athletin mit Perspektive"

Österreichs Tischtennis-Herrenteam tritt unter der Führung eines neuen Bundestrainers an. Der frühere Teamspieler Qian Qianli hat mit Jarek Kolodziejczyk die Agenden getauscht.

Während Letzterer nun Chefcoach für das U21- und U18-Nationalteam ist, führt Qian Robert Gardos, Stefan Fegerl und Daniel Habesohn in den Teambewerb. Es geht nach K.o.-System, das Finale findet Montag statt. Bei den ÖTTV-Damen spielen Liu Jia, Sofia Polcanova und Li Qiangbing.

Im Triathlon ist Rot-weiß-rot nur bei den Damen durch Theresa Moser vertreten. "Sie ist eine Athletin mit Perspektive für Olympia 2020 und soll Erfahrung sammeln", sagte Robert Michlmayr, der Sportdirektor des österreichischen Verbands (ÖTRV), der APA über die 22-jährige Tirolerin. Um den Sieg und damit den Rio-Platz könnte es wie in London 2012 zu einem Duell der Schweizerin Nicola Spirig mit der Schwedin Lisa Norden kommen.

Karateka Plank mit erster Medaillenchance

Die erste echte Medaillenchance im ÖOC-Team findet am Samstag Karateka Bettina Plank in der Kumite-Klasse bis 50 kg vor. Nur acht Aktive pro Gewichtsklasse haben sich qualifiziert, es ist Europas Elite am Werk. In zwei Pools wird um den Einzug in das Semifinale gekämpft.

Gleiche Voraussetzungen gelten am Sonntag in der Kategorie bis 68 kg für Alisa Buchinger. Beide haben im März in Istanbul EM-Gold geholt, gehen also sozusagen in Baku auf das Europa-Double los.

Die ersten Europaspiele-Medaillen der Geschichte werden am Samstag im Mountainbike im Cross Country der Damen vergeben. Im Velopark im Nordwesten der Stadt ist Lisa Mitterbauer im Cross-Country dabei, danach versucht sich Gregor Raggl im Herren-Bewerb. Rudolf Massak, Generalsekretär des österreichischen Radsportverbands (ÖRV), traut der Salzburgerin und dem Tiroler das Vordringen auf vordere Plätze zu: "Da sind durchaus Überraschungen möglich."

Bei den Ringern geht es im griechisch-römischen Stil los. Michael Wagner (-80 kg) und Daniel Gastl (98) sind am Samstag sowie Benedikt Puffer (66), Florian Marchl (75), Amer Hrustanovic (85) und Lukas Hörmann (130) am Sonntag im Einsatz. Im Ringen hat der Bodenkampf nicht mehr die Bedeutung wie früher, zum Leidwesen des Olympia-Zehnten Hrustanovic: "Am Boden habe ich meine Spezialgriffe. So musste ich das Training umstellen, viel mehr Kondi machen."

"Europaspiele heuer für viele wichtiger als die EM"

Bei den Flachwasser-Kanuten im 300 km westlich von Baku gelegenen Mingachevir legt Yvonne Schuring am Sonntag über 500 m los. "Das ist die eigentliche EM in diesem Jahr", sagte die 37-Jährige vor der Abreise. "Das wird ein guter Gradmesser."

Schuring nimmt die Spiele sehr ernst, aus gutem Grund: "Das ist der letzte Wettkampf auf diesem Niveau vor der WM." Bei den Herren tritt der 18-jährige Christoph Kornfeind über 1.000 m an. Er gilt als Kanute mit Perspektive.

Am Sonntag wird auch Österreichs Turner-Riege im Vorkampf im Einsatz sein. Bei den Männern greifen Vinzenz Höck, Fabian Leimlehner und Matthias Schwab, bei den Frauen Jasmin Mader, Marlies Männersdorfer und Jessica Stabinger zu den Geräten. Für Robert Labner, Generalsekretär von Österreichs Verband (ÖFT), wiegen die Europaspiele schwer. "Wie für viele Nationen sind sie wichtiger als heuer die EM, sie passen besser in den Aufbau für die WM im Herbst."

Den allerersten Einsatz des ÖOC-Teams absolvierten die Synchronschwimmerinnen Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri am Freitag vor der Eröffnung. Die vor einem Jahr mit Schwester Vasiliki-Pagona aus Griechenland eingebürgerten Schwestern wurden in der Duett-Quali unter 20 Paaren mit 83,8333 Punkten trotz der Eindrücke des folgenschweren Bus-Unfalls von Teamkolleginnen vom Vortag Vierte und haben am Montag im Finale Medaillenchancen.