Erstellt am 16. Februar 2015, 17:13

von APA/Red

Eurogruppen-Sitzung zu Griechenland ergebnislos beendet. Die Eurogruppe hat ihre Sitzung Montag am frühen Abend zu Griechenland ergebnislos beendet.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis lehnte weiterhin jeden Vorschlag der Eurogruppe für einen Kompromiss ab, legte aber seinerseits keine schriftlichen Vorschläge vor.

Weder Zahlen noch Daten oder Fakten vorgelegt

Knapp vor Ende der Sitzung hatte das griechische Staatsfernsehen von einem Scheitern der Gespräche berichtet. Obwohl parallel die Verhandlungen in Brüssel noch im Gang waren, könnte dies der Auslöser für den vorzeitigen Abbruch gewesen sein, hieß es in EU-Ratskreisen.

Varoufakis habe neuerlich eine halbstündige Rede gehalten, aber eben weder Zahlen noch Daten oder Fakten vorgelegt. Unklar ist, ob es am Freitag einen Sondergipfel der Eurozone geben wird.

In dem jüngsten Papier, das die Eurogruppe Varoufakis vorlegte und dieser zurückwies, wurde eine sechsmonatige Ausdehnung des Ende Februar auslaufenden Hilfsprogramms angeregt. Außerdem hätten demnach die Griechen alle Maßnahmen, die sie wünschen, treffen können, allerdings nur wenn sie budgetär gedeckt sind und damit die Programmauflagen erfüllt sind.

Wie es konkret weitergeht, war zunächst unklar. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem kündigte noch für Montagabend eine Pressekonferenz an. Die APA wird berichten.

Lockerung der Spar- und Reformauflagen gefordert

Die neue griechische Regierung fordert eine Lockerung der Spar- und Reformauflagen, denen Athen in den vergangenen Jahren im Gegenzug für zwei Hilfsprogramme in Höhe von 240 Mrd. Euro zugestimmt hatte. Sie will 30 Prozent der bisherigen Spar- und Reformauflagen nicht umsetzen und durch "maßgeschneiderte" Schritte ersetzen.

In den vergangenen Tagen hatten Experten der Gläubiger von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) versucht, sich einen Überblick über die griechische Finanzlage zu verschaffen und mögliche Kompromisslinien auszuloten.

Griechenland brauche "einige wenige Monate finanzieller Stabilität", damit das Land eine neue Reformagenda ausarbeiten könne, schrieb Varoufakis in einem Gastbeitrag für die "New York Times" vom Montag. Athen wolle "keine 'Reform'-Programme mehr, die auf arme Pensionisten und Apotheken in Familienbesitz zielen, während die groß angelegte Korruption außen vor bleibt".

Seine Regierung sei dabei "entschlossen, sich mit mächtigen Interessengruppen anzulegen, um Griechenland einen Neustart zu ermöglichen". Am Sonntagabend hatten 25.000 Griechen zur Unterstützung ihrer Regierung demonstriert.