Erstellt am 03. Juli 2015, 12:01

von APA Red

Keine Palastrevolte in den SPÖ-Gremien. Entgegen allen Unkenrufen wird Werner Faymann (SPÖ) die SPÖ wohl noch einige Zeit anführen. Denn beim heutigen Parteivorstand rücken Vertraute von ihm an zentrale Schalthebel und - wohl noch bedeutender - Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) legte vor Beginn des Präsidiums ein unmissverständliches Bekenntnis zum Vorsitzenden ab.

 |  NOEN, APA

Der Stadtchef betonte, dass Faymann von der Wiener Partei "mit Sicherheit" nicht angezweifelt werde. Er sage das "reinen Herzens". Auch, dass mit dem neuen Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid nun einer der letzten Getreuen quasi als Notlösung an die Spitze der Parteizentrale geholt werde, verneinte Häupl als "völligen Blödsinn".

Es sei selbstverständlich, dass sich der Parteichef sein Personal aussuchen könne und dass ihm die Partei da folge. Er kenne Schmid, der ja die Hietzinger Bezirkspartei leite, und sei überzeugt, dass dieser den Job gut machen werde.

Davon ist logischerweise auch der Kanzler überzeugt, der seinen bisherigen stellvertretenden Kabinettschef für die neue Funktion ausgewählt hat. Vor dem Präsidium würdigte er Schmids innere Ruhe und sein soziales Engagement. Schmid selbst sprach von einem "bewegenden Moment" für ihn.

Auch Vorgänger Norbert Darabos, der in die burgenländische Landesregierung wechselt, sieht die Parteizentrale bei Schmid in guten Händen. Dieser sei sehr intelligent und human und kenne die Partei. Als Hauptaufgabe für seinen Nachfolger sieht Darabos, dass dieser dafür sorgen muss, dass alle in der Partei eine Linie halten. Denn die SPÖ sei eigentlich immer die "eher einheitliche Partei" gewesen im Vergleich zur ÖVP.

Zum Abschied noch einmal eine Lanze brach Darabos für Parteichef Faymann. Dieser habe sich nichts vorzuwerfen, sitze also fest im Sattel. Auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) wollte von einer Nachfolge-Diskussion nichts wissen. Es gehe nun darum, die Partei inhaltlich so zu positionieren, dass dies von den Menschen angenommen werde.

Ebenfalls keine Lust auf eine Führungsdebatte hat FSG-Chef Wolfgang Katzian. Heute werde der Bundesgeschäftsführer bestimmt und sonst nichts, meine der Vorsitzende der sozialdemokratischen Gewerkschafter.

Allerdings ist es nicht nur der Bundesgeschäftsführer, der ab heute neu ist. Auch einen Kommunikationschef hat die SPÖ nach längerer Pause wieder. Es ist Matthias Euler-Rolle, der bisher als Kanzlersprecher gedient hat. Diese Aufgabe wiederum übernimmt (neben Susanna Enk) Anna Reich, die zuletzt für die Wiener Linien in der Kommunikation tätig war.