Wien

Erstellt am 06. September 2016, 11:36

von APA Red

Verstimmung in der Koalition. Die von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) neu erdachte Präsentationsform der Bundesregierung dürfte keinen Bestand haben. Bereits die Feuerprobe am Dienstag verursachte schwere Unstimmigkeiten in der Koalition. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) beschwerte sich vor der Ministerratssitzung über den Solo-Auftritt des Kanzlers: "Da, was heute stattgefunden hat, war hoffentlich eine Ausnahme."

Die ÖVP sieht in dem Solo-Auftritt "hoffentlich eine Ausnahme"  |  APA (Schlager)

Erst vergangene Woche war die Abschaffung des traditionellen gemeinsamen Pressefoyers mit Kanzler und Vizekanzler nach dem Ministerrat verkündet worden.

Über die Ergebnisse informieren in der Folge die Regierungskoordinatoren von SPÖ und ÖVP, Thomas Drozda und Harald Mahrer im Kongresssaal.

Kern führte am Dienstag bereits vor der Ministerratssitzung ein Pressegespräch, bei dem er den Zeitplan für die Herbstarbeit der Regierung präsentierte.

Der Solo-Auftritt des Kanzlers bereits vor der Sitzung missfiel Mitterlehner: "Ärger ist die falsche Kategorie, aber das kann nicht so sein", meinte er.

Dennoch habe er aber bereits mit dem Koalitionspartner gesprochen, dass dies so keine Zukunft habe. Derartige Alleingänge würden gegen das Miteinander und gegen den Teamgeist in der Koalition sprechen.

Der Vizekanzler wollte nach dem Ministerrat - wie er es bereits vor einer Woche angekündigt hatte - ebenso die Journalisten informieren.