Erstellt am 14. Januar 2016, 14:11

von APA/Red

Khol würde sich über Stichwahl gegen Van der Bellen "freuen". ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol präferiert offenbar eine mögliche Stichwahl gegen Alexander Van der Bellen.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Über ein solches "Duell der zwei Tiroler" würde er sich freuen, sagte Khol am Donnerstag in Innsbruck. Zudem erklärte er, "alles tun" zu wollen, einen von Experten prognostizierten Lagerwahlkampf zu vermeiden.

"Ich glaube, ganz gute Chancen zu haben in die Stichwahl zu kommen und diese zu gewinnen", zeigte sich Khol einmal mehr optimistisch. Als größten Konkurrenten wollte er Van der Bellen nicht bezeichnen. Es handle sich um einen "respektablen Mitbewerber".

Österreich sei überhaupt ein "glückliches Land", denn es würden Persönlichkeiten kandidieren, die in ihrem Leben etwas zustande gebracht hätten, meinte der frühere Nationalratspräsident bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) nach dem Parteivorstand der Tiroler Volkspartei. Dort wurde dem in Südtirol und Innsbruck aufgewachsenen Khol laut Platter "einstimmig die volle Unterstützung" zuteil.

Der Intensivwahlkampf der Volkspartei werde "nach Ostern" beginnen, erklärte Khol. Der Landeschef fügte hinzu, dass der Wahlkampfauftakt der ÖVP zur Bundespräsidentwahl auch voraussichtlich in Tirol stattfinden werde.

Auf die Frage, ob er sich TV-Konfrontationen der Präsidentschaftskandidaten, etwa im ORF, wünsche, meinte Khol, er hielte dies für eine "gute Idee". "Ich bin immer ein Streithansl gewesen", sah er die Voraussetzungen seinerseits jedenfalls als gegeben an.

Indes rührte der ÖVP-Präsidentschaftskandidat bereits fleißig die Werbetrommel für sich und bekundete einmal mehr, ein "Bürgerpräsident" sein zu wollen und das Amt mit "Leidenschaft, Ruhe und Bescheidenheit" auszuführen. Zweifel an seiner Qualität als oberster Wahlkämpfer ließ der 74-Jährige keine aufkommen. Als Chef des ÖVP-Seniorenbundes habe er "Österreich kennengelernt". Früher sei er respektiert worden, "jetzt haben die Leute eher Zuneigung". Auch international kenne er sich aus, denn dort sei er viele Jahre lang unterwegs gewesen: "I kenn' die Hauptstädte und die Leute."

Auch auf die Flüchtlingskrise ging Khol erneut ein. "Die Menschen haben Angst. Sie fürchten Instabilität und dass alles, was uns lieb geworden ist, den Bach runtergeht", meinte er. Es gebe einen "Meinungsdruck, unter dem sich die Menschen krümmen". Die Kölner Ereignisse hätten das Misstrauen der Menschen verstärkt, "von denen da oben angelogen" zu werden. "Ich will ein Sprachrohr der sich unverstanden Fühlenden sein", sagte der frühere ÖVP-Klubchef.

Platter streifte ebenfalls das Flüchtlingsthema und meinte, die Bevölkerung sei "sehr verunsichert". Es gebe eine "Sehnsucht nach einem Wertefundament". Diese Sehnsucht könne Khol befriedigen. Angesichts der Verunsicherung brauche es einen Präsidenten, der "klare Worte spricht". Auch dies treffe auf den Tiroler Khol zu. Dieser gab sich am Donnerstag übrigens auch lokalpatriotisch, ließ kurz Kindheit und Jugend in Innsbruck Revue passieren und schlussfolgerte: "I bin a Innsbrucker Kind."