Erstellt am 12. Juni 2015, 17:56

von APA Red

Kickl: Kein Platz für "Naderer und Co". Nachdem die FPÖ-Bundespartei den Salzburger Landesparteiobmann Rupert Doppler und Klubchef Karl Schnell in der Nacht auf Mittwoch wegen "parteischädigenden Verhaltens" aus der FPÖ ausgeschlossen hat, gehen die Wogen weiterhin hoch.

 |  NOEN, APA

Ehemalige FPÖ- bzw. BZÖ-Politiker wie Erich Tadler und Helmut Naderer würden nicht in die Partei aufgenommen, erklärte Generalsekretär Herbert Kickl am Freitag.

"Schnell will lediglich Unfrieden stiften"

"Auch wenn es Herrn Schnell nicht in sein Verschwörungsdenken passt, möchte ich festhalten, dass für Personen wie Naderer, Tadler und Co. kein Platz in der FPÖ ist. Das war bisher so und das wird selbstverständlich auch in Zukunft so sein", nahm Kickl am Freitag zu einer Aussendung des Ex-Klubchefs Stellung.

Schnell hatte vermutet, dass Tadler offensichtlich wieder in die Partei zurückkehren dürfe, "obwohl es in Salzburg nach wie vor aufrechte Beschlüsse der Parteigremien gibt, dass ehemalige BZÖ-Politiker, die einst die FPÖ verraten haben, nicht mehr in die Freiheitliche Partei zurück kehren dürfen", betonte Schnell.

Andreas Schöppl, der derzeit die Salzburger Landespartei führt, stieß am Freitag ins selbe Horn wie Kickl: "Die Behauptung von Karl Schnell, wir würden Erich Tadler wieder in die FPÖ aufnehmen, ist die Unwahrheit. Es ist genauso unwahr, dass Rosemarie Blattl als Finanzreferentin abgesetzt wurde."

Ehemalige BZÖ-Politiker wie Tadler und andere würde man niemals in die FPÖ zurückkehren lassen, erklärte Schöppl. "Schnell will lediglich Unfrieden stiften - ein leicht durchschaubares Manöver und ein Verhalten, das sich von selbst richtet. Das zeigt lediglich, wie wichtig und richtig der Neustart der Freiheitlichen in Salzburg war."

Helmut Naderer (Team Stronach) sagte auf Anfrage der APA, dass man ihn bereits gefragt habe, ob er zu den Freiheitlichen zurückkehren wolle. Er habe aber abgelehnt. "Ich habe mit Grün und Schwarz ein Regierungsprogramm unterschrieben. Das halte ich ein."

Die Schuldzuweisungen nehmen unterdessen kein Ende: Schnell hatte heute Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Andreas Schöppl vorgeworfen, die beiden würden "einen Statutenbruch nach dem anderen begehen". Dazu Kickl: "Das Gegenteil ist der Fall.

Die beiden getätigten Ausschlüsse von Schnell und Doppler sind ebenso statutenkonform wie jede andere im Zusammenhang mit der Neuaufstellung der FPÖ-Landesgruppe Salzburg getroffene Entscheidung der Bundes- und Landespartei."

Es sei Schnell gewesen, der Regelungen nach Belieben außer Kraft gesetzt und ignoriert habe, um "seine Ich-AG "umzusetzen. Rupert Doppler und er hätten ohne jede rechtliche Grundlage Personen, die intern Kritik am gleichermaßen autoritären wie chaotischen Führungsstil geübt oder die Rückgabe von geraubten Mandaten verlangt hätten, einfach kalt gestellt.

Mittlerweile verkündete Schöppl, dass im Bezirk Pongau "bereits ein weiteres sichtbares Zeichen des Neustarts gesetzt" worden sei. Willibald Resch, Vizebürgermeister von St. Johann im Pongau, führe nun als Bezirksobmann die Geschicke der Bezirksgruppe.