Erstellt am 12. Mai 2014, 13:58

Kiew und Ostukraine an Rundem Tisch. In der Ukraine-Krise soll nun erstmals ein Runder Tisch, an dem sich Vertreter der ukrainischen Übergangsregierung und der Regionen im Osten des Landes beteiligen, stattfinden.

Die Gespräche sind für Mittwoch geplant, wie das deutsche Auswärtige Amt am Montag in Berlin mitteilte. Die ostukrainische Region Lugansk plant indes ein Referendum über den Anschluss an Russland.

Am Montag bat die östliche Region die UNO, ihre Unabhängigkeit anzuerkennen. Auch an der am 25. Mai angesetzten Präsidentschaftswahl in der Ukraine will Lugansk nicht teilnehmen, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Die Nachrichtenagentur berief sich auf Anführer der Separatisten in dem Landesteil. Zuvor hatte bereits ein führender Separatist aus der Region Donezk erklärt, dass sich die Region nicht an den ukrainischen Wahlen beteilige.

Schwung in die Verhandlungen zwischen der Regierung in Kiew und den Aufständischen im Osten könnte dank eines Runden Tisches am Mittwoch kommen. Am Mittwoch werde die erste Gesprächsrunde unter ukrainischem Vorsitz stattfinden. Deutschland hatte in den vergangenen Wochen immer wieder auf die Abhaltung Runder Tische gedrängt.

Der ehemalige deutsche Spitzendiplomat Wolfgang Ischinger solle für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) neben einem Ukrainer Co-Moderator dieses Runden Tisches werden. Ischinger genieße weltweit hohes Ansehen, sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer.

Die Regierung in Kiew hat direkte Verhandlungen mit den Separatisten im Osten des Landes - die sie als "Terroristen" bezeichnet - abgelehnt. Am Wochenende nahmen die Spannungen zu, da die Separatisten in Lugansk und Donezk international nicht anerkannte Volksbefragungen zur Abspaltung ihrer Regionen durchführten. Ihren Angaben nach unterstützte eine sehr große Mehrheit die Referenden. Die Kiewer Regierung bezeichnete die Abstimmung als Farce. Der Kreml hat die Volksabstimmungen anerkannt.

Der Schweizer Bundespräsident und derzeitige OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter drängte auf baldigen Dialog der ukrainischen Regierung mit den Separatisten im Osten. Wichtig sei, dass die Regierung in Kiew den Runden Tisch abhalte und es eine rasche Einigung auf eine Entwaffnung von pro-russischen Rebellen und ukrainischen Milizen gebe, sagte Burkhalter in Brüssel.