Erstellt am 28. August 2015, 12:34

von APA/Red

Grüne kritisieren Untätigkeit der Regierung vor Klimagipfel. Drei Monate vor der internationalen Klimaschutzkonferenz in Paris wollen die Grünen der Regierung Beine machen und sie dazu bewegen, sich ambitionierte Ziele für die Konferenz zu setzen.

Christiane Brunner  |  NOEN, APA

Derzeit setzte die Regierung beim Klimaschutz "wo es nur geht auf Schlupflöcher und Tricks", kritisierte Umweltsprecherin Christiane Brunner bei einer Pressekonferenz am Freitag. 

"Es ist höchste Zeit, dass die Regierung in die Gänge kommt", forderte Brunner. Konkret verlangen die Grünen in zwei Bereichen mehr Engagement von den verantwortlichen Ministern: Bei der Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen und bei der finanziellen Unterstützung von Entwicklungsländern beim Klimaschutz. Denn was die Regierung derzeit tue, sei viel zu wenig und sogar eine "Farce".

"Aufhören auf Schlupflöcher und Tricks zu setzen"

Brunner forderte von Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP), dass er sich für Österreich eine Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes von 55 Prozent bis 2030 vornehme. Die Regierung soll damit aufhören, "wo es nur geht auf Schlupflöcher und Tricks" zu setzten und stattdessen Österreich zu einem Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen, verlangte die Grüne.

"Höchst peinlich" findet Brunner Österreichs bisheriges Angebot bei der finanziellen Unterstützung von Entwicklungsländern beim Klimaschutz. Während Deutschland für die internationale Klimafinanzierung eine Mrd. Dollar locker machen will, hat Österreich nur 25 Mio. Dollar angeboten. "Das ist höchst peinlich und eine Farce", so Brunner, die von der Regierung einen Beitrag von 100 Mio. Dollar forderte.

Die Grünen wollen, dass die Regierung bis zum Klimagipfel im Dezember in Paris entsprechende Pläne macht und mit fixen ambitionierten Zielen in die Konferenz geht und nicht tatenlos zuwartet. Brunner kündigte daher an, entsprechend Druck zu machen. Der Klimawandel "passiert jetzt" und er betreffe alle. In manchen Staaten gehe es schon heute uns Überleben. "Wirt sind die letzte Generation, die noch gegensteuern kann, damit die Erderwärmung zwei Grad nicht übersteigt", warnte Brunner.