Erstellt am 26. August 2014, 13:00

von APA/Red

KMU warteten öfter vergeblich auf ihr Geld. Klein- und Mittelbetriebe waren 2013 verstärkt von Forderungsausfällen betroffen. Im Schnitt kamen 2,4 Prozent des verrechneten Umsatzes nie in der Kasse an, zeigt eine Umfrage des Kreditschutzverbandes KSV 1870.

Hochgerechnet auf den Gesamtumsatz der Klein- und Mittelbetriebe von 398 Mrd. Euro blieben die Kunden 9,6 Mrd. Euro schuldig. Das waren um 1,6 Mrd. mehr als ein Jahr davor.

Verspätungen zum Teil existenzbedrohend

Die häufigste Reaktion der Firmen, wenn sie ihr Geld nicht bekommen: 72 Prozent verschieben die Bezahlung von Lieferantenkrediten, 26 Prozent bleiben die Miete schuldig. Nur bei zehn Prozent müssen die Mitarbeiter auf ihren Lohn warten.

Für neun Prozent der befragten Firmen waren die Zahlungsverspätungen existenzbedrohend, das entspricht hochgerechnet 36.000 der insgesamt 400.000 Unternehmen in Österreich. Obwohl die Auswirkungen der Ausfälle drastisch sein können, leistet sich nur ein Drittel der Firmen mit weniger als 50 Mio. Euro Umsatz ein Risikomanagement, ergab die Trendumfrage des KSV, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Die besten Kunden sind gemessen an ihrer Zahlungsmoral Privatpersonen: Sie zahlen im Schnitt innerhalb von 18 Tagen, 82 Prozent überweisen das Geld innerhalb der vorgegebenen Frist. Im Vergleich dazu brauchen Unternehmen im Schnitt 30 Tage, bis sie ihre Rechnungen begleichen, nur 73 Prozent halten die vorgegebenen Fristen ein. Die Öffentliche Hand braucht sogar im Schnitt 37 Tage, bis sie zahlt (77 Prozent innerhalb der Frist).

Zahlungsmoral hat sich verbessert

Unter den Firmenkunden gibt es ein West-Ost-Gefälle bei der Zahlungsmoral: In Vorarlberg fließt das Geld im Schnitt nach 27 Tagen. In Tirol, Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien dauert es 30 Tage, in der Steiermark und Salzburg 31 Tage und im Burgenland 34 Tage.

Die Öffentliche Hand braucht hingegen in Niederösterreich am längsten, um ihre Rechnungen zu zahlen, nämlich 42 Tage. Am schnellsten geht es auch in diesem Fall in Vorarlberg. Erfreulicherweise habe sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand zuletzt verbessert, hält der KSV fest. Obwohl die Zahlungsfrist 2013 per Gesetz auf 30 Tage verkürzt wurde (davor waren im Schnitt 33 Tage vereinbart worden) verkürzte sich der Zahlungsverzug von acht auf sieben Tage. 77 Prozent der öffentlichen Kunden zahlten pünktlich, die anderen innerhalb von 37 Tagen. Davor hatten die Firmen im Schnitt 41 Tage auf das verspätete Geld der öffentlichen Hand warten müssen.